Team CT
(leider gab's kein neues Team-Foto)
Deutsche Meisterschaft Club-, Standard- und Doppelsitzerklasse
Zwickau, 22.05.-04.06.2011

Arvid

Prolog
18.05. Fahrtag 27.05. 4. Wertungstag (RT, 310km)
19.05. 1. Freies Training 28.05. 5. Wertungstag (AAT, 2:00h)
20.05. 2. Freies Training, technische Kontrolle 29.05. 6. Wertungstag (AAT, 3:00h)
21.05. Ruhetag 30.05. 7. Wertungstag (RT, 266km)
22.05. Pflichttraining 31.05. neutralisiert (Zwickau Innenstadt)
23.05. 1. Wertungstag (RT, 432km) 01.06. neutralisiert (abhängen)
24.05. 2. Wertungstag (AAT, 1:30h) 02.06. neutralisiert (Fahrradtour)
25.05. 3. Wertungstag (RT, 300km) 03.06. neutralisiert (aussitzen)
26.05. neutralisiert 04.06. Siegerehrung und Rückfahrt
Fazit   Insider-Stichwörter   Bildernachschlag

Prolog
Nach "Wer A sagt, muss auch B sagen." hieß es jetzt "Wer Quali sagt, muss auch DM sagen."
Und so wurde nach Jürgens erfolgreichen Qualifikation in Rotenburg im letzten Jahr mit Spannung auf Ort und Termin der DM 2011 gewartet. Als im Herbst dann die Informationen veröffentlicht wurden, machten sich eher gemischte Gefühle breit: Zum einen bot Zwickau mit seiner Nähe zum Erzgebirge, Thüringer Wald (oder bei gutem Wetter sogar zum Harz) die Möglichkeit, in neuem Terrain zu fliegen. Andererseits war der Termin so ziemlich der worst-case. Weit weg vom Wunschtermin Ende Juli - Anfang August und mitten in der Schulzeit. Jürgen musste somit seine Familie bei weiterlaufender Firma zurücklassen und Runrid und Martin entschieden sich, nur für jeweils eine Woche als Co und Rückholer nach Zwickau mitzukommen. Zwei zusätzlich helfende Hände fanden sich dann aber noch in Person von Pit ein, der seinen Privatflieger mitbrachte, am Ende aber eher den Eindruck hinterließ, wegen der vielen Rückholtouren mitzumachen ;-).
Von Aachen aus hatte sich noch Sebastian für die Clubklasse qualifiziert und so bot es sich an, eine kleine Zelt- und Wohnwagen-Gemeinschaft mit dem Team PT aufzumachen.
Ein paar Zahlen zum Wettbewerb:
106 teilnehmende Flugzeuge: 41 Clubklasse, 42 Standardklasse, 23 Doppelsitzer (davon nur noch neun ohne Motor). Geschleppt wurde mit 13 Wilgas aus zwei Startaufstellungen (24 Nord, 24 Süd bzw. 06 Nord, 06 Süd) heraus - jeweils vier Ein- und drei Doppelsitzer standen nebeneinander. Die Wilgas landeten zwischen den beiden Aufstellungen und wurden von einem Hauptstartleiter in die Aufstellung geschickt, in der sie benötigt wurden. In den beiden Startaufstellungen verteilten dann zwei weitere Startleiter die Wilgas auf die Flugzeuge und gaben die Schleppkommandos. Somit konnten aus beiden Aufstellungen parallel geschleppt werden. Bei den Schlepps der leichten Clubklasse hab ich einmal 8 Schleppzüge hintereinander im Abflug in Bahnverlängerung gezählt und die Schlepps waren so kurz, dass die Kapazitäten erschöpft schienen und der ein oder andere Schlepppilot vor dem Landen einen Wartekreis fliegen musste. In der Regel war das ganze Feld nach etwa 1:15 Stunden in der Luft.
Wegen der benötigten längeren Anrollstrecken standen die schweren Doppelsitzer in der Regel ganz hinten. Das hatte den Vorteil, dass mehr Zeit zum Kramen und zur Aufgaben-Programmierung blieb, was aber auch ein Nachteil war, denn man kam als Rückholer später vom Start weg, und hatte wegen der teilweise extrem kurzen Aufgabenzeiten kaum Zeit, die Rückholerdinge zu erledigen (abwaschen, auf Abflugzeit warten und diese an die Auswertung weitergeben, Wasserkanister und Benzintank auffüllen, einkaufen, ...).
Das tägliche Briefing fand um sehr angenehme 10:30 Uhr statt, dafür mussten die Flieger aber zu diesem Zeitpunkt abflugfertig in der Startaufstellung stehen.
Als Aufgabentypen gab es nur noch Racing oder Speed Tasks ( Erklärung), Aufgaben vom Typ Area Task mit Maximalzeit wurden nicht mehr ausgeschrieben. Die Ziellinie war keine Linie mehr, sondern ein Zielkreis mit 5km Radius um den Flugplatz (bei den ersten Aufgaben noch 3km). In diesen musste mit einer Höhe von 250m über Platzhöhe eingeflogen werden, sonst gab's Strafpunkte.
(Ein Klick auf alle Bilder liefert wieder eine vergrößerte Version, die Links bei den Aufgaben und Wertungen führen zur Wettbewerbsseite)
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Mittwoch, 18.05.: Fahrtag
Nach einigen Umräumaktionen von benötigtem Equipment aus Jürgens Privatflieger konnten wir pünktlich um 10:00 Uhr vom Flugplatz Aachen-Merzbrück die etwa 550km nach Zwickau in Angriff nehmen. Da Martin (und somit das zweite Zugfahrzeug) erst am Samstag zum Team dazukommen würde, benötigten wir zum Ziehen der beiden Gespanne einen Leihwagen, der sich bei der Abholung als nagelneuer Ford-Kombi mit viel elektronischem Schnickschnack herausstellte und der eine extrem angenehme Fahrt versprach. Ich sollte mit diesem Gefährt die DG 1000 ziehen und Jürgen mit dem Quali2010-erprobten Firmenbus seinen Wohnwagen. ("Unterwegs tauschen wir aber mal!")
Leider wurde der tolle Sitzkomfort und die reichhaltige Ausstattung durch einen gefühlten 70PS-Motor herunterkompensiert und so kam das Gespann Leihwagen-CT nur bis zum ersten Parkplatz hinter Eschweiler. Halbwegs stabil ließ sich bis 85km/h fahren, bis 95km/h mit großen Schwierigkeiten und ab 95km/h nur mit Nutzung einer zweiten Fahrspur. Die Zugfahrzeuge wurden also getauscht, der Wohnwagen hatte wenigstens eine Antischlingerkupplung. Somit wurde die Fahrt im spartanisch ausgestatten Firmenbus zum Vergnügen, während das Gespann Leihwagen-Wohnwagen eine respektable mobile LKW-Bremse darstellte.
Wetterentwicklung auf der Fahrt: 8/8 in Aachen, 6/8 in Köln, 4/8 im Bergischen Land, 2/8 in Olpe, 0/8 in Gießen, ab Eisenach dann wieder 2/8 Cu, und bei Ankunft in Zwickau sprach man vom besten Flugtag der letzten Woche und - wie sich später herausstellte - vom Tag mit dem bestem Flugwetter für den gesamten Wettbewerb.
Auf dem Campingplatz waren schon etwa 30 Plätze belegt und da bei der Platzzuteilung das Team PT irgendwie verloren gegangen war, suchten wir uns einen neuen Stellplatz, um mit PT zusammenzustehen. Da wir ohne größeren Stau durchgekommen waren, blieb genügend Zeit, um das Wohnwagenvorzelt aufzubauen und dann bei Martin anzurufen und ihm eine Liste der Dinge durchzugeben, die wir vergessen hatten und die er noch mitbringen musste. Nach Abgabe des Leihwagens wurde in der Innenstadt von Zwickau die Fußgänger-Navifunktion auf dem iPhone getestet und eine leckere Pizzeria mit Lieferservice entdeckt.
typisches Reisewetter CT-PT-Lager im Endzustand
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Donnerstag, 19.05.: 1. Freies Training
Co: Arvid
Nach einem Großeinkauf in einem Supermarkt in der nahegelegenen Plattenbausiedlung wurde CT das erste Mal aufgebaut und das schöne Wetter zu einem lockeren Probeflug zur ersten Orientierung genutzt. Eine im Erzgebirge bis auf 2600m NN ansteigende Basis half, immer einen schönen Abstand zur dort häufig unlandbaren Gegend einzuhalten. Zunehmende Bewölkung, erste Schauer und vor allem die Tatsache, dass wir noch keinen Rückholer hatte, sorgten dafür, dass der Flug nicht zu weit vom Platz wegführte. Wegen anhaltender Gewitterneigung haben wir CT abends wieder abgebaut.
Am Nachmittag traf dann das Team PT ein.
Erzgebirge Fichtelberg (1214m NN) Schauer
Zwickau Flugplatz und die Platte nächster Schauer
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Freitag, 20.05.: 2. Freies Training, Dokumenten- und technische Kontrolle
Co: Arvid
Für heute stand in erster Linie die Dokumenten- und technische Kontrolle an. CT wurde also wieder aufgebaut und der Wettbewerbsleitung vorgeführt.
Was bei einer Quali nicht gemacht wird, bei einer DM aber schon:
- erste "normale" Wägung: beide Räder auf eine Waage, Flächen waagerecht, kurz loslassen, gewogene Massen zusammenzählen
- zweite "Referenz"-Wägung: Flieger mit Schleppzeugs an Fahrzeug-Kupplung hängen und nur Hauptrad auf eine Waage (in dieser Konfiguration mussten alle Doppelsitzer jeden Morgen bei der Fahrt in die Startaufstellung über die Waage)
- Spannweitenvermessung (CT besteht mit 19,98m; mit vollen Wassertanks wären es vermutlich 20,00m geworden...)
- Fotos von beiden Cockpits (Kontrolle, ob keine Wolkenfluginstrumente aber FLARM eingebaut sind)
Für den nächsten Tag war schlechtes Wetter vorhergesagt, also wurde der Tag für einen weiteren Probeflug genutzt.
Flugbericht:
Die Steigwerte und Basis waren bei weitem nicht so gut wie am Tag zuvor, aber es reichte für einen Abstecher ins 35km entfernte Chemnitz (für die älteren Leser und/oder SeeYou-Benutzer: Karl-Marx-Stadt). Von dort konnte man schon sehen, dass der Rückflug und die Landung in Zwickau nicht einfach werden würde. Und so kam es dann auch: Die Landung wurde durch einen extremen Hagelschauer verhindert und so blieb nur die Möglichkeit, vor dem Hagelschauer noch mal Höhe zu machen, diesen zu umfliegen und dann hinter dem Schauer abzuwarten, bis der Flugplatz wieder belandbar war. Vario am oberen Anschlag, Vario am unteren Anschlag, abwarten, Landung mit 4km Endteil - interessante 10 Minuten.
Da von Süden schon die nächste Schauerlinie kam, wurde CT dann mit 2 1/2 Personen in Rekordzeit in den Hänger geworfen.
Das Wohnwagenvorzelt hatte den Hagelschlag leider nicht so gut überstanden und war unter der Last zusammengebrochen. Die Stangen konnten zwar alle notdürftig wieder zurückgebogen werden, die Stabilität war aber dahin. Jürgen ging also ins nächste Gebüsch und kam mit zwei Birkenstämmen wieder, die zur Vorzelt-Unterstützung zwangsrekrutiert wurden. Zum Glück war vom Gerät und Material, was im Vorzelt lag, nichts beschädigt worden. Das nächste Gewitter setzte dann das inzwischen geräumte Vorzelt unter Wasser, es blieb aber dank der ausgelegten Unterlage bei kurzzeitig nassen Schuhen. Nach Abzug des Gewitters konnte schließlich der bei der Landung völlig verdreckte CT-Rumpf gewaschen werden.
Am späten Nachmittag gesellte sich Pit zum Team.
Flugplatz aus Norden - von links oben die
üblich Endanflugslinie über bebautes Gelände
Tongrube kurz vor dem Platz
mit Extrem-Notlandestreifen
schwerer Hagelniederschlag - links an der
Schauerlinie kann man den Flugplatz erahnen
Stresstest nicht bestanden nunja Hagelballschlacht
das nächste Gewitter... ... brachte zum Glück nur Regen geräumtes und gesichertes Vorzelt
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Samstag, 21.05.: Ruhetag
Wie vorhergesagt gab es immer wieder kleine Schauer und lokale Gewitter und so wurde ein Ruhetag ausgerufen.
Die Infrastruktur im Vorzelt wurde optimiert, so dass im Fall eines Gewitters das Material nach einem genauen Evakuierungsplan im Wohnwagen verstaut werden konnten. Die Elektrik wurde mit speziell zu diesem Zweck erworbenen Plastikrahmen überschwemmungssicher gelagert.
Das Team von PT, welches bisher in einem Zelt (undicht, vom Hagel beschädigt) und einem alten VW-Bus (auch undicht) übernachtet hatte, war offensichtlich so neidisch auf den CT-Wohnwagen, dass sie sich extra einen Wohnwagen nachliefern ließen, um das CT-Team dekadenzmäßig zu übertrumpfen. Der von Martin am Nachmittag mitgebrachte Pavillon konnte den Rückstand noch mal kurzfristig verkleinern, das PT-Team ließ aber mit ihrer Mega-Elektro-Monsterbratpfanne das CT-Team in Ehrfurcht erbleichen und entschied den Luxus-Wettbewerb eindeutig für sich.
unbeschädigte Alternativprogramme aufgebockte Elektrik
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Sonntag, 22.05.: Pflichttraining
Co: Martin
Heute war Pflichttraining angesagt, d.h. alle Flieger mussten starten und so tun, als ob dies ein richtiger Wettbewerbstag sei. Für den Ausrichter dient dieses Pflichttraining hauptsächlich dazu, den gesamten Tagesablauf (also Start-, Anflug- und Landephase, Auswertung, ...) zu proben und wenn nötig zu verbessern.
Mit einer kleinen Feier wurde die Meisterschaft offiziell eröffnet und im anschließenden ersten Briefing wurden die wichtigsten Personen des Ausrichters vorgestellt und organisatorisches zum Flugbetrieb bekanntgegeben. Da das Wetter nicht sonderlich gut vorhergesagt war, gab es dann für alle Klassen nur kleine Trainingsaufgaben.
Flugbericht:
Kurz und knapp: Eines der vielen Gewitter schnitt den Rückweg von der ersten Wende zurück nach Zwickau ab und so kam es nach 6 Jahren 2 Monaten 3 Wochen und 4 Tagen (oder leichter zu merken: nach 2277 Tagen) zur allerersten Außenlandung von CT. Die Bergung, genauer gesagt das Zurückschieben aus dem nassen Acker, war aber bei weitem nicht so schlimm wie es Jürgens Anruf "Bring fünf Leute mit! Und Beeilung, das nächste Gewitter kommt!" befürchten ließ. Leider zog das übernächste Gewitter dann wieder genau über den Acker und führte zur Einsicht, dass auch mit 7 Leuten ein Abbau in einer Böenwalze nicht so richtig tolle ist.
Auf der Rückfahrt zum Platz kündigten zahlreiche Äste auf den Strassen an, dass auch über Zwickau ein ordentliches Gewitter hinweggezogen war: wie zu erwarten, war der gerade erst aufgebaute Pavillon zusammengebrochen. Die Stangen wurden wieder zurückgebogen und mit viel Panzertape gesichert.
Nach dem Essen gab's dann noch eine weitere Premiere: ein F-Schlepp eines Segelflugzeugs durch ein anderes Segelflugzeug
Tageswertung: keine Ahnung, war auch nicht wichtig
Rückholstrecke: 30km
Sprüche des Tages: Wettbewerbsleitung beim Briefing:
"Wir schleppen mit 13 Wilgas - eigentlich sind es nur 12, weil immer irgendeine kaputt ist."
"Der Startwagen hat keine Aufgabe, außer in der Startphase die Abwehr von Fremdflugzeugen."
noch gutes Wetter fliegender Widerstand Vorahnung beim Blick zur ersten Wende
allererste CT-Außenlandung grade-noch-nicht-zu-tiefer-Acker Rückschiebemannschaft
da hilft nur noch Panzertape Feinjustierung der Schlepp-Sollbruchstelle Aus! - Aus! - Ein! - Ein!
Steil straff!! Fertig! der Geschleppte kündigt das Ausklinken an
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Montag, 23.05.: 1. Wertungstag
CT auf dem Online-Tracker im Internet
Co: Martin
Aufgabe: Racing Task 432km
Die Aussichten für heute waren vielversprechend: Rückseite. Deshalb verbreitete die Wettbewerbsleitung am Morgen gleich ein wenig Hektik: per SMS wurde das Briefing auf 10:00 Uhr vorverlegt. Da dies auch Startbereitschaft 10:00 Uhr bedeutete, musste vorher CT-Aufbau, -Waschen, -Tanken und -Wiegung erledigt werden. Wie die Wettervorhersage vermuten ließ, wurden für alle Klassen über 400km ausgeschrieben.
Flugbericht:
Vieles was der Meteorologe vorhergesagt hatte (Bedeckungsgrad, Steigwerte, Windentwicklung), war nicht so richtig passend eingetroffen. Die einzige Ausnahme: pünktlich um18:00 Uhr war die Thermik alle. Schon an der erster Wende wurde klar, dass es wegen des bis dahin geflogenen Schnittes nicht reichen würde, fliegend nach Zwickau zurückzukommen. Und da die DoSis als letzte Klasse gestartet waren, aber trotzdem die größte Strecke fliegen mussten, waren hier die meisten Außenlander (bzw. Motorschmeißer) zu finden.
Große Besonderheit des Fluges: CT wurde vom Veranstalter mit einer der sechs Tracking-Einheit ausgerüstet, deren Positionssignale im 15-Sekunden-Takt nach Zwickau gesendet und von dort ins Internet gestellt wurden. Runrid konnte die Außenlandung somit zuhause live am Rechner verfolgen und wußte noch vor dem Rückholteam, dass der Hänger fertig gemacht werden musste.
Die Rückholtour hatte dann vom Fahrkomfort für jeden Geschmack etwas zu bieten: Hervorragend ausgebaute dreispurige Autobahn, neu gebaute zweispurige Umgehungsstrassen, schon mal erneuerte Landstrassen und schließlich Kreisstrassen, die die Wende und sämtliche Konjunkturpakete unangetastet überstanden hatten. Weitere Erkenntnis: Das Gespann Rückholbus+CT-Hänger meistert Steigungen von 10% mühelos, bei Steigungen über 12% ist Vorsicht angesagt, treten diese 12% an Kreuzungen oder Spitzkehren auf, setzt der Hänger auf und fährt sich fest (siehe hierzu auch "Windenhügel").
Das Abrüsten war dann Dank des sehr gut erreichbaren Ackers kein Problem.
Auf der Rückfahrt zeigte die vorläufige Wertung CT auf Platz 13, da aber nur zwei DoSis die Aufgabe geschafft hatten und alle Außenlander recht nah zusammen lagen, betrug der Rückstand auf Platz 4 nur etwa 70 Punkte.
PT war zwar auch außengelandet, aber nur etwa 10km vom Flugplatz entfernt, und so boten sie an, dass wir uns mit in ihre Spaghetti-Orgie einklinkten. Hätte man eigentlich jeden Abend machen können... (also das Einklinken mein ich, nicht die Spaghettis)
Tageswertung: 13. Platz
Rückholstrecke: 55km
Spruch des Tages: Wettbewerbsleitung beim Briefing:
"In den Sanitärcontainern kleben zwar Schilder mit "Kein Trinkwasser", die gelten hier aber nicht. Ob Betankungsanlagen, Duschen, Waschbecken oder Toiletten - alles bestes Trinkwasser, das man ohne Bedenken trinken kann."
Projekt "Grüne Wiese 2011" wird fortgesetzt Abendromantik
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Dienstag, 24.05.: 2. Wertungstag
Co: Arvid
Aufgabe: AAT 1:30h, 96,8km-337,5km, (217km)
Für den heutigen Tag wurde vom Meteorologe nur ein extrem kleines Wetterfenster für einen Wertungstag erwartet. Hinter einem Cirrusfeld näherte sich eine Kaltfront und dazwischen passten etwa zwei Stunden Flugwetter. Es gab somit extrem kurz angesetzte Speed Area Tasks, zwei Stunden Flugzeit für Club- und Standardklasse, und da die DoSis hinten standen, betrug hier die Wertungszeit nur 1,5 Stunden.
Das Wetter entwickelte sich genau nach Vorhersage und nach dem Durchzug des Cirrusfeldes wurde gestartet.
Vom Flug selber kann ich gar nicht viel berichten. Der war so kurz, dass mir bei der Landung noch immer etwas schwindelig war, weil ich vor dem Abflug mehrere Kreise lang mit dem Kopf im Nacken die anderen DoSis beobachten musste, die hinter uns kreisten. Und wenn man mit einem Schnitt von 108km/h nur 20. wird, dann weiß man, dass man nicht mehr auf einer Quali fliegt, sondern auf einer DM...
Abends haben wir dann den Lieferservice der Pizzeria vom allerersten Tag getestet und uns Pizza zum Campingplatz liefern lassen. War halt die Männerhaushaltwoche...
Tageswertung: 20. Platz
Gesamtwertung: 15. Platz
Wetter wie vorhergesagt: Cirrus, blau, 1-2/8 Cu PT in der ersten Reihe CT irgendwo in der vorletzten Reihe
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Mittwoch, 25.05.: 3. Wertungstag
Co: Martin
Aufgabe: Racing Task 300km
Flugbericht:
Heute war Blauthermik angesagt. Als Flugtaktik wurde versucht, möglichst lange an einem der Führenden dranzubleiben. Dies funktionierte auch ganz gut, bis etwa 90km wurde der führende Arcus V8 nicht aus den Augen bzw. dem Flarm gelassen. Auf dem Weg zur zweiten Wende flog V8 dann aber doch davon. Um so größer war die Überraschung, als man ihn fünf km vor der Wende wiedertraf, er also nur einen Vorsprung von etwa 10km rausgeflogen hatte. Wie knapp es zwischen Tagessieg und Außenlandung zugeht: V8 gräbt sich in 350m GND über einem Hügel mit 0,6m/s aus und gewinnt, CT kommt 13 Minuten später dort an, findet nix mehr und muss außenlanden.
Nach Steigungen für die Rückholer, bot diesmal der Acker Steigung für den Piloten. Da er mit dem Hänger aber sehr gut zu befahren war, war einzig das Reinschieben der Flugzeugteile etwas schwerer und das Anfahren des Gespanns spannend.
Abends ging's lecker Essen beim Griechen. Dieser hatte bei der Übernahme von Sitten anderer Kulturen eine besondere Wahl getroffen: Aus den osteuropäischen Ländern wurde der Brauch übernommen, dass hochprozentiger Alk zum Essen gehört. Und so wurde statt nach dem Essen sogar noch vor dem Bestellen ein Ouzo serviert. Offensichtlich von den Deutschen wurde übernommen: "Draußen nur Kännchen", d.h. den Ouzo gab's in einer 0,2l-Karaffe zum Selberzapfen. Ob auch das amerikanische "free refill" galt, haben wir dann nicht mehr getestet.
Tageswertung: 21. Platz
Gesamtwertung: 20. Platz
Rückholstrecke: 55km
hach, ja reale Außenlandung virtuelle Außenlandung
leichte Hanglage spannender Moment beim Anfahren geschafft - auf der Anhöhe
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Donnerstag, 26.05.: neutralisiert
Die Aussichten für den heutigen Tag waren nicht so berauschend und deshalb wurde das Briefing erst mal auf 11:00 Uhr verschoben. Da der Flieger auch nicht zum Briefing in der Aufstellung stehen musste, war beim CT-Aufbau (dem mittlerweile 6.) mal keine Eile angesagt.
Vor der nächsten Kaltfront schob sich ein dichtes Cirrenfeld heran, aber die Wettbewerbsleitung wollte den Tag noch nicht aufgeben und setzte für 13:00 Uhr ein neues Briefing an. Hier wurden kleine Aufgaben ausgegeben und dann gehofft, dass sich zwischen dem Cirrenfeld und der Front noch ein Fenster auftat, das von einer oder vielleicht zwei Klassen für einen Wertungsflug genutzt werden konnte.
Um 14:30 Uhr wurden drei Schnüffler geschleppt, die aber keine guten Bedingungen vorfanden, die Abschirmung beeinträchtigte die Thermikentwicklung zu stark. Die Klassen wurden dann im Abstand von 45 Minuten von vorne wegneutralisiert.
Da der Wettbewerbsmeteorologe beim 13:00 Uhr-Briefing vor möglichen Boen von bis zu 70km/h beim Durchzug der Kaltfront gewarnt hatte, wurde CT wieder entwässert und eingepackt.
das eigentlich vielversprechende Wetter ... ... wird gaaanz langsam ... ... kaputt gemacht
wer kann bei diesem Blick "nein" sagen niemand Team PT mit ihrem Monsterbräter
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Freitag, 27.05.: 4. Wertungstag
Co: Arvid
Aufgabe: Racing Task 310km
Die Wettervorhersage versprach gute Cu-Entwicklung und so bekamen die Doppelsitzer eine Aufgabe, die 120km weit nach Nord-Westen an den Kyffhäuser führte.
Flugbericht:
Bei sehr guten Verhältnissen ging es zunächst bis auf 2000m NN, so dass man beim Abflug aufpassen musste, die maximale Abflughöhe (1800m NN) und die maximale Abfluggeschwindigkeit (150km/h) nicht zu überschreiten. Die schön vom Start in Richtung erster Wende verlaufenden Wolkenstrassen taten es auch, aber nur etwa 50km lang. Dann folgte ein riesiges Loch ohne jegliche Wolkenentwicklung und da die Basis inzwischen teilweise Sprünge bis runter auf 1500m NN machte, war nicht klar, ob das Loch einfach durchglitten werden konnte. Nur durch einen Umweg mit 100° Kursabweichung wurde weiter unter Wolken geflogen. Die Basis sank weiter, bei 100km Flugstrecke wurde das Wasser geschmissen und unter einer ordentlichen 7,5/8-Bewölkung wurde mit teilweise 45km/h Querwind zur Wende gekrochen. Die restlichen 65km von der Wende bis zur Landung waren dann reines Ackerhopping. Und wie das dann so ist: Beim Eindrehen ins Endteil kreist 150m über CT ein Standardflieger ein und kommt mit einem ganzen Pulk nochmal weg,
Das einzig Positive am heutigen Tag: Da die DoSis die zweite Klasse in der Startaufstellung waren und somit früher abfliegen konnten, waren wir wieder früh am Platz zurück (weiterhin war der Acker wieder mit dem Hänger zu befahren und die Autobahn lag keine 5 Minuten Fahrt entfernt).
Tageswertung: 16. Platz
Gesamtwertung: 20. Platz
Rückholstrecke: 71km
Spruch des Tages: Wettbewerbsmeteorologe beim Briefing:
"Keine Angst vor 8/8, die Kaltluftadvektion ist auf eurer Seite und jeder Sonnenstrahl produziert Thermik."
schöne Wolkenstrassen ... ... in Richtung erster Wende Kultür: Goethe-und-Schiller-Stadt Weimar
same procedure as last competition day: Quer- ... ... und Endanflug .. ... zur 4. Außenlandung
erstes Einholen der aktuellen Wertung

It's not a trick, it's a DG-Feature: große Piloten
müssen zum Wasserlassen ein Bein heben*
(* für die zuständige DG-Abteilung: die Betätigung der Ablassvorrichtung für die beiden Flächen- und den Hecktank ist für Piloten über 1,85m nicht optimal gelöst und hat noch erhebliches Steigerungspotential des Leistungsvermögens in Richtung Verbesserung)
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Samstag, 28.05.: 5. Wertungstag
Co: Martin
Aufgabe: AAT 2:00h, 112km-376km (242km)
Heute standen die Doppelsitzer wieder ganz hinten (CT in der letzten Reihe) und die Vorhersage ließ nur kleine Aufgaben zu. Deshalb bekamen alle Klassen wie üblich bei solchen Wetterlagen A- und B-Aufgaben.
Die vorne stehende Clubklasse wurde dann gerade noch im fliegbaren Wetter gestartet, damit diese ihre Racing-Aufgabe fliegen konnten. Mittlerweile hatte sich das Wetter deutlich verschlechtert, so dass der Startbetrieb unterbrochen und für die Standard- und Doppelsitzerklasse ein Feldbriefing abgehalten wurde. Für beide Klassen wurden die B-Aufgaben (Area Tasks) aktiviert und die Standardklasse wurde nach einer Pause genau passend ins nächste Wetterfenster geschleppt. Es gab eine weitere Startunterbrechung und die Doppelsitzer erhielten in einem zweiten Feldbriefing neue Aufgaben C und D. Bis 15:30 Uhr wurde gewartet und nachdem der jetzt aktuelle Abflugpunkt durch eine geschlossene Wolkendecke nicht mehr zu gebrauchen war, wurde der Abflugpunkt verlagert und die Klasse unmittelbar zu diesem geschleppt. Fast hätten die DoSis aber neutralisiert werden müssen, denn um 16:00 Uhr wurden die ersten Flugzeuge aus der Standardklasse zur Landung erwartet und das wäre dann mehr als nur interessant geworden. Aber um 15:45 Uhr war der letzte Doppelsitzer vom Platz.
Das Wetter wurde nicht deutlich besser, aber CT ist rumgekommen und nicht außengelanden.
Tageswertung: 21. Platz
Gesamtwertung: 22. Platz
Spruch des Tages: (Zitat eines anderen Aachener Segelfliegers nach einer Außenlandung)
"Ich hatte mal nen Nimbus 2. Der hatte einen 4-teiligen Flügel und einen 3-teiligen Rumpf."
naja-Wetter I Feldbriefing I neue Aufgaben I
im Hintergrund: wird-besser-Wetter I naja-Wetter II Feldbriefing II
neue Aufgaben II und wird-besser-Wetter II wird-besser-Wetter III ohje-Wetter I
gespanntes Warten I Erleichterung I
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Sonntag, 29.05.: 6. Wertungstag
Co: Runrid
Aufgabe: AAT 3:00h, 178km-498km (339km)
Endlich musste CT morgens mal nicht aufgebaut werden, denn da die Doppelsitzer heute vorne standen, wäre es schade um das gemütliche Frühstück gewesen. Wegen des starken Windes (und der Lage im Lee von Thüringer Wald und Erzgebirge) standen schon recht früh die ersten Wellen am Himmel, die sich aber im Laufe des Mittags auflösten und es einen Tag mit überwiegend Blauthermik und einigen wenigen Cus gab.
Die ersten Doppelsitzer hatten noch einige Mühe, sich zu halten und nicht zu landen, dann wurde es aber deutlich besser und vor allem ging es deutlich höher als vorhergesagt, sodass die maximale Abflughöhe raufgesetzt wurde.
Wieder flog Jürgen einen Schnitt von 82,5km/h über 270km, aber bei einer Speed Area Task mit zwei 40km-Radien entsteht ein so großes Fluggebiet, in dem sich die Konkurrenz bewegen kann (heute waren das etwa 18400km2), dass eine nicht richtig gute ziehende Wolkenstrasse reicht, um in der Wertung durchgereicht zu werden.
Tageswertung: 19. Platz
Gesamtwertung: 22. Platz
(irgendwie hat heute keiner Fotos gemacht)
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Montag: 30.05.: 7. Wertungstag
Co: Runrid
Aufgabe: Racing Task 266km
Die Tendenz zu weniger Wolken setzte sich fort und so wurde heute gute Blauthermik angekündigt. Die Temperatur war wieder in angenehme "kurze-Hose"-Bereiche gestiegen und auch die Wettbewerbsleitung sorgte für Abwechslung: zum ersten Mal ging's zum Start zur 06.
Hier wurde (zumindest mir) erst richtig klar, daß der ganze Platz ein merkliches Gefälle in Richtung 24 hatte und somit erklärten sich zum Teil die Schlepps der Doppelsitzer, die in Richtung 24 lange in Bodennähe verliefen und erst deutlich hinter der Platzgrenze beruhigende Höhen erreichten. Im Vergleich zu den 06-Schlepps sollten sich diese aber als angenehm entspannt herausstellen: Statt nach der Flugplatzgrenze wieder in Richtung 24 zu drehen und somit in Platznähe oder zumindest im mit vielen Äckern belandbaren Westteil des Platzes zu bleiben, führten die 06-Schlepps geradeaus über bebautes Gelände hinweg. Als der CT-Schlepp endlich in Platzrichtung drehte, war er fast 8km vom Platz weg und hatte gerade mal 320m über Flugplatzgrund geschafft. Möglichkeiten für eine Plan B?
Flugbericht:
Wieder war Jürgen an den anderen drangeblieben und hatte bis zur letzten Wende einen Schnitt von 95km/h geflogen. Zum Schluß fehlten nur 100m Höhe, um sicher über die Stadt nach Hause zu kommen und mal unter den ersten 5 zu landen. So blieb mit fehlenden 1,6km zum Zielkreis nur der 2. Platz in der Nahe-am-Zielkreis-außenlanden-Wertung (1. Platz hier: ein Pilot aus der Standardklasse, der am ersten Wertungstag das weiter oben auf einem Bild zu sehende Notlandefeld nutzte und den Zielkreis um 200m verpasste)
Die Rückholfahrt war somit extrem flott erledigt, das Einpacken von CT war aber recht aufwändig, weil der Acker etwas abseits geteerter Straßen lag, man nicht mit dem Bus an den Acker rankam und den Flieger eine Strecke schieben musste. Da ich Pit nicht von einem seiner wenigen verdienten Privatflüge runterfunkten wollte, bin ich alleine losgefahren und daher war dies die erste (und zum Glück einzige) Rückholaktion, bei der man ins Schwitzen geriet. Erwartete man bei Außenlandungen in der Nähe von bewohntem Gelände eigentlich immer Schaulustige und Interessierte, verlief der Kontakt mit den Anwohnern diesmal eher skurril: "Else, guck mol woos uf diggem Agger liescht". Reaktion: Rolläden runter, Toreinfahrt zu. Na ja, lag vielleicht auch an der ungewohnten Sprache der gelandeten Fremdlinge.
Tageswertung: 16. Platz
Gesamtwertung: 21. Platz
Rückholstrecke: 8km
Zwickau an der Mulde typische Landschaft nach Norden (Gera) Wohnraumstudien Chemnitz: Plattenbau ...
... mit eigenem Kleingarten-Stadtteil

letzter Bart im Pulk sichert
in der Regel die Heimkehr
mit Mückenputzern oder nem Arcus wär das
sehr wahrscheinlich nicht passiert
näher ran war nicht - zum Glück ging's leicht bergab kontaktuninteressierte Einwohner Lage des Ackers vor Zwickau
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Dienstag, 31.05.: neutralisiert
Wetterverlauf: blau, Cirren, Cu, Überentwicklung, Gewitter (und das alles bis etwa 13:00 Uhr)
Der Wettbewerbsmeteorologe schien das vorauszusehen und so informierte die Wettbewerbsleitung beim Frühstück per SMS: "Briefing auf 11:30 Uhr verschoben, kein Startaufbau". Beim Briefing wurde dann zum Glück gleich neutralisiert und auch für den nächsten Tag anhaltender Regen prognostiziert.
Start Landung
Nach fast zehn Tagen Aufenthalt in Zwickau (bei dem man außer dem Flugplatz, zwei Restaurants, zwei Supermärkten, einer Tankstelle und einem Baumarkt noch nichts gesehen hatte) war als Alternativprogramm für den Tag eine kleine Radtour in die Innenstadt und ein wenig Sightseeing angesagt.
Auf dem Rathausplatz wurden wir dann leider beim Eisessen von einem Gewitter festgesetzt, welches zunächst durch gezieltes Aussitzen ignoriert wurde. Als sich aber abzeichnete, dass das Gewitteraussitzen nichts bringen würde und die Rückfahrt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in trockenen Klamotten beendet werden könne, entschlossen wir uns, die Führung des PT-Teams in der Dekadenzwertung anzugreifen und uns für den Rückweg ein Taxi zu nehmen. Zurück am Flugplatz wechselten wir in den Rückholbus, fuhren noch mal zum Rathausplatz und sammelten die Räder ein.
Alternatives Alternativprogramm: Modellfliegen
Hierbei konnten folgende Erkenntnisse gezogen werden:
- ein P51-Modell kann problemlos von einem handelsüblichen Campingtisch aus gestartet werden
- ein P51-Modell kann dagegen nicht auf einem handelsüblichen Campingtisch gelandet werden (vorgeschlagene und zu erprobende Nachrüstungen: am Modell Lande- und Wölbklappen und am Campingtisch Gummifangseil nach Flugzeugträgerart)
- ein P51-Modell kann problemlos in einer Birke gelandet werden
- für eine erfolgreiche Bergung eines in einer Birke gelandeten P51-Modells werden lediglich zwei große Personen und ein verlängerter Spanngurt benötigt
Abends gab's lecker Essen beim Chinesen, der sich in einer alter Villa einquartiert hatte; so richtig mit Eingangsportal mit mehreren Stufen und drei Kronleuchtern im Hauptraum von Opernausmaßen. Beim Absacker setzte der angekündigte Landregen ein, der - mal stärker mal schwächer - bis nächsten Abend anhalten sollte.
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Mittwoch, 01.06.: neutralisiert
Zum Tag gibt's nicht viel zu erzählen, als Highlight vielleicht der nächtliche Rettungseinsatz: Das Wohnwagenvorzelt hielt den Regenmengen leider nur bis 02:00 Uhr stand, dann brach einer der Birkenstämme und ließ die linke Seite des Vorzeltes mit einem ordentlichen Knall einbrechen. Das Gestänge konnte (erneut) zurückgebogen werden, und da die Zeltbahn erstaunlicherweise gehalten hatte, wurde das Vorzelt wieder aufgebaut.
Bauernregel: "Fällt morgens aufs Zeltdach leichter Regen, kannst Du noch ein paar Stündchen weiterschlafen."
Wetter zum Frühstück: 8/8 aufliegende Basis, leichter Nieselregen
Per Wettbewerbs-SMS kam frühzeitig die Meldung: "Briefing abgesagt, Wettbewerbstag neutralisiert"
Runrid verbrachte den Tag in der Sauna, Jürgen und ich probierten, ob man den Tag mit Dokumentationen bei 3Sat durchchillen konnte. Ja, konnte man.
Erfolgreich abgeschlossen wurde der Tag mit einer gelungenen Wiederholung der Spaghetti-Orgie mit dem PT-Team.
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Donnerstag, 02.06.: neutralisiert
Wettermenü für den heutigen Tag: Ragout von schwacher Blauthermik an einem Hauch von Cirrus
Aufbau wieder auf der 06 in der Reihenfolge Standard, DoSi, Club mit den üblichen Startverschiebungen bei solchem Wetter: 12:15 Uhr, 12:30 Uhr.
Um 12:40 Uhr wurden die ersten vier Standard-Flieger als Zwangsschnüffler vorgeschickt. Kommentar von einem der Piloten nach zehn Minuten Flugzeit: "Ich glaube nicht, dass sich eine ganze Klasse halten kann."
Nach weiteren zehn Minuten wurden dann etwas überraschend die nächsten zwölf Flieger der Standardklasse dazugeschleppt.
Sportleiter über Funk: "Wer 1300m NN erreicht, meldet sich." - sofort unbekannter Pilot.: "1300" - anderer Pilot: "Streber"
Nach dieser klaren Wetterverbesserung wurde die restliche Standardklasse geschleppt.
Da die DoSi-Aufgabe direkt in die Abschirmung geführt hätte und keine B-Aufgabe ausgegeben wurde, wäre es zu einem reinen Plastikweitwurftag gekommen und so neutralisierte die Wettbewerbsleitung die DoSis. Die Clubklasse hatte weniger Glück. Ihre Aufgabe lag in nicht vollständig abgeschirmtem Gebiet und so mussten sie ihre Aufgaben ebenfalls fliegen.
CT konnte endlich mal fertig aufgebaut und getankt stehengelassen werden und wir hatten dann noch das Vergnügen, beim ersten Neutralon und lecker Bratwurst den letzten Clubklasse-Schlepps zuzuprosten.
Das schöne Wetter wurde zu einer Fahrradtour rund um Zwickau und am örtlichen Fluss Mulde entlang genutzt. Ein zügiges Vorankommen wurde allerdings vor allem während der Fahrt am Flussufer durch zahlreiche "Vater"tags"gesellschaften" erheblich erschwert.
Wie gut das Wetter an diesem Tag war, zeigte am Abend ein kurzer Blick auf die Wertungen: neun Rumkommer in der Standardklasse mit Schnittgeschwindigkeiten zwischen 50,3 und 54,7km/h; in der Clubklasse kein einziger Rumkommer. Da hatten wir den Tag irgendwie besser verbracht.
schwache Blauthermik ...

... mit Abschirmung überm DoSi-Abflugpunkt
und im Aufgabenraum
während man in Villarriba schon neutralisiert,
wird in Villabajo noch geschleppt
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Freitag, 03.06.: neutralisiert
Wettbewerbsmeteorologe beim Briefing: "Gestern gab's schwache Blauthermik, heute gibt's schlechte Blauthermik."
Und so lagen die Aufgaben für alle Klassen nur zwischen 160 und 180km. Da die Doppelsitzer einen Wertungstag weniger hatten als die Einsitzer, standen die DoSis ganz vorne. CT stand zudem in der ersten Startreihe, und so wurde überlegt, bei einem möglichen Zwangsschnüffelstart die 150l Wasser schon beim Anrollen und im Schlepp abzulassen, um die Konkurrenz mit ihren schweren Motoren ein wenig einzuschüchtern.
12:00 Uhr: Verschiebung der Startbereitschaft auf 12:45 Uhr
12:30 Uhr: eine Schnüffel LS 1 wird geschleppt, meldet wenig überzeugende 1000m NN (was etwa 700m GND entspricht) und muß nach kurzer Zeit wieder landen
13:45 Uhr: der Schnüffler wird noch mal geschleppt und meldet eher schwächere Bedingungen
14:30 Uhr: die DoSis werden neutralisiert
15:00 Uhr: zwei Clubbies werden geschleppt und sind von den Bedingungen auch nicht sonderlich begeistert
15:30 Uhr :Club- und Standardklasse werden neutralisiert und somit der fliegerische Teil der DM beendet
CT wurde in Ruhe gewaschen, eingetütet und reisefertig gemacht. Das, was vom Pavillon und dem Wohnwagenvorzelt noch übriggeblieben war, wurde abgebaut, damit man am nächsten Tag gleich nach der Siegerehrung losfahren konnte.
Abends gab's die Abschlussfete mit leider etwas knapp kalkuliertem Buffet, das nette Tanzprogramm entschädigte aber hierfür.
"Eckaaat, die Russen kommen!" der DM-Entscheidungsschnüffler CT in der ersten Startreihe
von Westen naht die Neutralisation intensives Mentaltraining der Besatzung
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Samstag, 04.06.: Siegerehrung und Rückfahrt
Kaum hatte man sich an den Dialekt gewöhnt, war der Wettbewerb auch schon wieder vorbei.
Die Siegerehrung mit persönlicher Übergabe der Urkunden an alle Piloten wurde eingerahmt von einigen kurzweiligen Reden, Vorstellung der neuen Nationalmannschaften und schließlich mit der Verabschiedung aller Teilnehmer durch die Wettbewerbsleitung.
Jürgen zog mit dem Rückholbus den Wohnwagen nach Hause, Runrid und ich brachten die DG 1000 zurück auf die Binz. Und wie schon auf der Hinfahrt gab's wieder eine Fahrt durch mehrere Wetterzonen: Abfahrt in Zwickau noch bei strahlendem Sonnenschein und 30 Grad, in Hessen dann zunehmende Bewölkung und bei der Auffahrt auf die A1 begrüßte uns die Eifel mit einem für sie typischen Gewitter.
Bei der Ankunft auf der Binz hatte Martin den Grill schon angeworfen und so endete der Tag mit einem lecker Abschlussgrillen.
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Fazit:
Die nüchternen Zahlen: sieben Wertungstage bei den Doppelsitzern bei zwölf möglichen - ist ganz OK, wenn auch nicht überragend. Dafür riß die zweite Woche die Bilanz doch zu sehr nach unten, nach dem Montag folgten vier neutralisierte Tage hintereinander.
CT hat nicht nur seine erste, sondern gleich fünf Außenlandung verpasst bekommen und somit kamen am Ende neun Auf- und Abrüstungen zusammen. Bei einem so langen Wettbewerb ist das leider ein erheblicher Nachteil gegenüber den motorisierten Doppelsitzern, die nach ihrer "Außenlandung" nicht auf einem Acker ab- und nächsten Morgen wieder aufbauen müssen (wie sich das anfühlt, wenn man auf dem Acker liegt, sich auf Gesellschaft in Form eines weiteren Doppelsitzers freut und dieser dann im Endteil in 50m Höhe plötzlich Lärm und Eigensteigen produziert, der frage die Besatzung vom 25.05.). Ist der Acker mit dem Hänger zu befahren bzw. der Flieger gut auf dem Acker zu schieben, reichen tatsächlich drei Leute aus, um CT wieder abzubauen. Die Fahrzeiten der Rückholtouren waren zum Glück nicht allzu lang und daher lagen die Rückkehrzeiten zum Flugplatz im erträglichen Rahmen (zum Vergleich wie es auch laufen kann: bei der DM der Wölbklappenklassen in Lüsse gab es einmal eine 500km-Zielrück-Aufgabe mit Wendepunkt Jelenia Gora in Polen und dort sind dann auch ein paar Flieger gelandet...)
Was die Platzierung angeht, hatte sich Jürgen natürlich mehr vorgenommen. Oft fehlte aber nur ein wenig Glück oder auch nur zehn Minuten, die man früher am nächsten Bart hätte sein müssen. Und zumindest am letzten Wertungstag wurde deutlich, dass eine DG 1000 ohne Mückenputzer gegen einen Arcus mit Mückenputzer bei langen Gleitstrecken nicht die geringste Chance hat. Außer ein paar Kratzer am Lack von CT und zeitweilig am Selbstvertrauen des Piloten ;-) gab es keine größeren Schäden, die gewonnenen Erfahrungen, die man bei einer Deutschen Meisterschaft so sammeln kann, überwogen dann doch.
Was mich besonders beeindruckte war die perfekte Organisation des Wettbewerbs und die vielen freiwilligen Helfer, die vor allem einen reibungslosen Startbetrieb garantierten und im Hintergrund dafür sorgten, dass es einem an nichts fehlte. Einige Schüler bekamen in der Woche von ihren Schulen sogar Sonderfreistellungen für ihre Helfertätigkeiten, weil die DM für dieses Jahr als größte sportliche Veranstaltung in Zwickau durchgeführt wurde. Wegen des ungünstigen Termins außerhalb jeder Ferienzeit, fehlten auf dem Wettbewerb die Familien mit Schulkindern, was eine ganz andere Atmosphäre auf dem Campingplatz zur Folge hatte als auf der letztjährigen Quali mit der Menge an Kindern und Jugendlichen.
Zum Schluß noch ein paar Dankes:
Zunächst an Michael S. für den Druck der CT-Kennzeichen. Dann an das Team CT, für die schönen und erlebnisreichen Tage in Zwickau. Weiterhin vielen Dank an die Gästebuchschreiber auf der Wettbewerbs-Homepage, die das Team aus der Ferne angefeuert haben. Ein großes Daumen-hoch geht an das Team PT und besonders an "The Best of the Best" Balko - Ganz großes Damentennis!
Das letzte und größte "Danke schön!" aber geht an Anja - ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.
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Insider-Stichwörter:
"In meinem Buch...", Sandalen ohne Strümpfe, Geyer TV, "Silence!", Seitenairbags auch für Mitfahrer im hinteren Wagenbereich, "Steig, Du Sau!", Schnäppchen, "In Germany we call it...", Club Butterfly, "Jürgen, ich hätte jetzt Zeit...", leicht zuzuordnendes Publikum in den Restaurants, "Mein Verleger bedankt sich...", Schnüffelstück, "Ein Mann, ein Buch", "... und dann schläfste ein."
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Bildernachschlag:
Kleine Bilderauswahl des Wettbewerbsfotografen (alle folgenden Bilder © AC Zwickau):
Camping und Startaufbau 24 Startaufbau 24 Süd Startaufbau 24 Nord
Startaufbau 06 Campingplatz CT im Schlepp
Landung Landephase Team PT
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