Team CT
Niedersächsische Segelflugmeisterschaften & Qualifikationswettbewerb zur DM 2013
Hodenhagen, 01.08.-10.08.2012

Arvid

Prolog
28.07. verschobener Fahrtag 05.08. neutralisiert (Fahrradtour, abhängen)
29.07. Fahrtag 06.08. neutralisiert (aussitzen)
30.07. 1. Trainingsflug (Probeplatzrunden) 07.08. neutralisiert (Sauna, Fahrradtour)
31.07. 2. Trainingsflug (Probeumgebungsflug) 08.08. neutralisiert (aussitzen)
01.08. 1. Wertungstag (AAT, 3:30h) 09.08. neutralisiert (aussitzen, Gästefliegen)
02.08. 2. Wertungstag (AAT, 2:00h) 10.08. neutralisiert (Serengeti-Park), Siegerehrung
03.08. 3. Wertungstag (AAT, 3:30h) 11.08. Rückfahrt
04.08. 4. Wertungstag (AAT, 1:45h)
Fazit   Insider-Stichwörter

Prolog
Neues Jahr, neues Reiseziel für CT.
Jürgen hatte sich Ende 2011 entschlossen, die Qualiwettbewerbe künftig mit seiner LS 1 in der Clubklasse zu fliegen - dem Team CT war also der Pilot abhanden gekommen. Uns als Copiloten hatten die Wettbewerbe in den vergangenen zwei Jahren aber so gut gefallen, dass wir uns dazu entschieden, die CT-Wettbewerbsfliegerei zu dritt weiterzuführen. Martin brauchte zur Übernahme des Postens des verantwortlichen Piloten nicht lange überredet zu werden und so war das eigentliche Problem: Wo soll's hingehen?
Durch das Vergabeverfahren der Startplätze über die deutsche Segelflugrangliste war die Auswahl der Wettbewerbe von Anfang an recht bescheiden. Ohne einen Wettbewerb und nur mit zwei DMSt-Wertungsjahren hatte Martin nicht ausreichend Vorpunkte, um sich den Wettbewerb großzügig aussuchen zu können. Da für die Doppelsitzer aber eh nur vier Qualis angeboten wurden, reduzierte sich die Anzahl passender Wettbewerbe auf genau 1 (Oerlinghausen Mitte April - da kann man gleich im Winter in der Eifel campen; Jena Mitte Mai kollidierte mit dem traditionellen Aalen-Urlaub; und nach Brandenburg wollten alle - also ohne Vorpunkte keine Chance auf einen Startplatz). Blieb also nur Lingen/Nordhorn. Ein Blick in die Karte ließ Schlimmes erahnen und bei der Erwähnung dieses Platzes unter Fliegerfreunden ernteten wir des öfteren Reaktionen zwischen aufrichtigem Mitleid und höhnischer Schadenfreude. Der Plan, mit den Clubklassepiloten von der LVA zusammen auf eine Quali zu fahren, wurde auch gleich wieder beerdigt. Um so größer war die Überraschung, als im Frühjahr plötzlich der Veranstaltungsort gewechselt wurde: Jetzt ging's nach Hodenhagen. Wieder neugieriger Blick in die Karte: Bingo! Westliches Ende der Lüneburger Heide und den Teutoburger Wald auch noch in Reichweite. Genau dort, wo wir gerne fliegen wollten.
Die Quali konnte also kommen. Ein Problem gab es aber: In den letzten beiden Jahren hatten wir immer Jürgens Firmenbus als CT-Zug- und Rückholauto im Einsatz und in diesen wurde für die Fahrt einfach der ganze sperrige Krempel (Schleppgestänge, Wasserkanister, Fahrräder, Tische, Stühle, Zelte, Pavillons, ...) hineingeworfen und gut war. Diesmal stand "nur" ein Kombi zur Verfügung und in diesen und in den zum Glück riesigen Stauraum des CT-Anhängers musste der ganze Kram jetzt reingeschachtelt werden. Martins Modellsegelflugzeug fiel dem fehlenden Stauraum leider zum Opfer und musste schweren Herzens in Aachen zurückgelassen werden.
ED-Rs östlich vom Platz - im Süden Hannover
Ein paar Daten zum Wettbewerb: Insgesamt nahmen 44 Flieger teil (17 Club-, 13 Standard- und 14 Doppelsitzerklasse). Geschleppt wurde an zwei Winden, eine vom AC Hodenhagen und die andere aus Rothenburg. Der Platz war mit geschätzten 1.100m ausreichend lang, die Doppelsitzer (welche wegen der längeren Schleppstrecke immer hinten standen) bekamen bei gutem Gegenwind schon mal über 500m, bei leichtem Rückenwind noch etwa 400m Ausklinkhöhe. Neben den eigentlichen Landerichtungen 21/03 gab es noch die alte und deutlich kürzere Landebahn 27/09, welche aber nur noch zum Hängerabstellen der lokalen Flieger und als Zufahrtsstrecke zu drei weiter westlich gelegenen Rundhallen für allerlei Motorflieger genutzt wurde. Leider war der Platz (für unsere Verhältnisse) extrem schmal. Mehr als zwei Winden hätten gar nicht eingesetzt werden können und während des Startbetriebs kam man nicht mehr an die Hänger (da die Seile direkt davor ausgezogen wurden) und überhaupt gar nicht mehr vom Platz runter zum Camping. Die ersten Tage konnte man noch vom Camping um die Motorgraspiste herum zu den Hängern fahren. Ab dem 2. Wertungstag war aber eine vom THW erworbene (und im Rahmen einer Übung mit zwei Zügen aufgebaute) Brücke fertig, die benutzt werden musste. Bedeutete: vom Camping durch das anliegende Gewerbegebiet, auf die Landstraße in Richtung Autobahn, nächste Straße wieder von der Landstraße runter, nach weiteren 200m rechts in einen einspurigen Zufahrtsweg und dann über die Brücke (Bilder hiervon: siehe 07.08.). Machte zusammen etwa 5km Fahrtstrecke. Und diese Brücke wurde beim Startbetrieb ebenfalls gesperrt (was uns hinten stehenden DoSis aber egal war, wir mussten eh immer warten).
Noch was zur Luftraumsituation: 3km östlich des Platzes liegt gleich das ED-R 31, daran anschließend die ED-R 32a und 32b, und daran anschließend die ED-R 33a und 33b. Und jedes dieser ED-Rs war mal aktiv und mal nicht. Täglich wechselnd und ohne erkennbare Regeln. Zwischen den 32en und 33en liegt noch die Kontrollzone Fassberg, die immer aktiv war. Also war jeden Tag aufmerksam das Aufgabenblatt und die Karte studieren angesagt.
Genug aber jetzt des Prologs. Geht sofort los mit dem Wettbewerbsbericht.
(Verbraucherhinweis: Ein Klick auf alle Bilder liefert eine vergrößerte Version, die Links bei den Aufgaben und Wertungen führen zur Wettbewerbsseite)
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Samstag, 28.07.: verschobener Fahrtag
Der ganze Wettbewerb fing gleich mit der ersten Verschiebung an. Der eigentliche Plan, am Samstag zu fahren, um am Sonntag in Hodenhagen den ersten Start zu machen, wurde wegen des schlechten Wetters am Samstag und der miesen Vorhersage für Sonntag aufgegeben und die Fahrt auf Sonntag angesetzt. Dies ließ Zeit für das gerne genutzte Alternativprogramm: Saison-Heimauftakt für die Alemannia in der 3. Liga gegen Burghausen.
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Sonntag, 29.07.: Fahrtag
Heute also Fahrtag. Martin und ich hatten in der Woche auf Merzbrück schon den Hänger vorgepackt und so brauchten wir heute nicht mehr viel rumzukramen. Bei der Ankunft in Merzbrück fielen zwei aufgebaute LS-Flieger am Start ins Auge und so gab's noch mal die Gelegenheit mit Stephan und Jürgen zu schwatzen, bevor wir uns auf die Fahrt nach Norden und die beiden sich auf ihren Flug nach Süden machten.
Nach einer staufreien Fahrt und einem sehr kurzen Käffchenstopp (es gibt tatsächlich noch Autobahnraststätten, bei denen durch Bauweise und Service anscheinend Wert darauf gelegt wird, dass man sie möglichst schnell wieder verlässt) kamen wir nach etwa fünf Stunden in Hodenhagen an (durch die extreme Nähe zur A7 sind wir nur geschätzte 5km nicht auf Autobahnen gefahren - 1km von Merzbrück zur A44 und eben 4km von der A7 zum Flugplatz). Der von Runrid und Martin gemietete Wohnwagen stand wie vereinbart am Campingplatz (statt mit einem festen Vorzelt leider nur mit einem Sonnensegel ausgestattet) und ich konnte mein Zelt im Trockenen aufbauen. Da sich der freundliche Mitarbeiter des hier herrschenden Stromkonzerns mit dem freundlichen Mitarbeiter des zuständigen Stadtwerks noch nicht auf ein gemeinsames Vorgehen bei der Freischaltung der elektrischen Versorgung des Campingplatzes geeinigt hatte, gab's halt noch keine Strom. Die schon anwesenden Teams schlossen sich daher spontan zu einer Interessensgemeinschaft zusammen und legten mit acht Kabeltrommeln eine Notstromversorgung aus dem Flugplatzrestaurant zum Camping. Somit konnte jede Partei wenigstens ihren Kühlschrank und die Minimal-Beleuchtung betreiben. Die Sanitärcontainer waren zwar schon in Betrieb, aber auch hier bedeutete kein Strom eben kein warmes Wasser. Für die warme Dusche am nächsten Morgen durften wir aber die Vereinsräumlichkeiten nutzen.
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Montag, 30.07.: 1. Trainingsflug (Probeplatzrunden)
Um 07:30 Uhr einsetzender Regen sorgte erst mal für die Verschiebung sämtlicher Aktivitäten, zumindest was das Fliegen anging. So wurde der Vormittag zum Erkunden der "Innenstadt" von Hodenhagen und für den Großeinkauf genutzt. Der fliegerische Teil des Tages in Kürze: Aufbau, zwischen zwei Schauern zwei Platzrunden, Polieren der Flächen, Abbau. Die ersten Flugeindrücke: ganz schön viel Wald drumherum. Und dazu der Serengeti-Park Hodenhagen, der unmittelbar im Süden des Flugplatzes liegt. Dieser sorgte auch für eine bemerkenswerte Geräuschkulisse: Zum einen wenn morgens die Tiere gefüttert wurden, zum anderen durch die Speedboote aus dem angeschlossenen Vergnügungspark, die den ganzen Tag im Einsatz waren.
Es gab noch eine andere, sehr lästige Geräuschquelle: Etwa 500m vom Camping fuhr die lokale Regionalbahn (Hannover-Buchholz) vorbei und diese muss, wie wir von den einheimischen Flieger erfuhren, an unbeschrankten Bahnübergängen frühzeitig und laut hupen. Und von diesen gab es in Hörweite gleich zwei...
Am Nachmittag sind Runrid und Martin dann noch mit dem Rad losgefahren und haben sich die Gegend aus der Fußgängerperspektive angeschaut. Hier trafen sie z.B. einen Storchenkundler und der erzählte ihnen, was so ein Storch alles am Stück fressen kann (als Stichworte hierzu mögen ausreichen: Kaninchen und Landstraße).
Überhaupt bot der Flugplatz Lande- oder Überfluggebiet für eine Vielzahl von Vögeln jeglicher Art (Greifvögel, Enten, Gänse - einzelne, in kleinen Gruppen oder in großen Schwärmen). Im angrenzenden Gewerbegebiet stand ein hoher Funkmast, auf dem sich jeden Abend mehrere 1.000 Stare versammelten, um gemeinsam zu ihrem Schlafplatz zu fliegen, denn bei Einbruch der Dunkelheit war der Mast wieder leer.
Am Abend waren die Verteilerkästen endlich freigeschaltet, d.h. es gab Strom für alle. Ein erster Belastungstest mit der Espressomaschine verlief erfolgreich, dagegen war die Schaltung der Wasserpumpe im Wohnwagen noch verbesserungsfähig: eine Betätigung des Wasserhahns im WC setzte auch den Wasserhahn in der Spüle in Aktion.
recht leerer Campingplatz - rechts das CT-Lager echte Gemütlichkeit nur durch Gelsenkirchener Barock regelmäßige Besucher auf der Landebahn
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Dienstag, 31.07.: 2. Trainingsflug (Probeumgebungsflug)
Da für 15:00 Uhr Regen angekündigt war, waren wir am Morgen noch reichlich unschlüssig, was wir machen wollten. Die Technik lief, einzig der Rumpf musste noch poliert werden. Nach einem gemütlichen und ausgiebigen Frühstück wurde also der Rumpf rausgezogen und poliert. Als wir fertig waren, hatte sich das Wetter deutlich gebessert, und da der Rumpf schon mal draußen war, haben wir den Rest vom Flieger auch noch drangesteckt. Mittlerweile hatte sich das Wetter sogar in Richtung "fliegbar" entwickelt und es standen die ersten schönen Cumuli am Himmel. Also an den Start, von einer ASW 19 einen Bart markiert bekommen und doch noch 2:45h geflogen. Der angekündigte Regen bestand nur aus ein paar Tropfen, so ließen wir CT aufgebaut, um am nächsten Morgen der allgemeinen Aufrüsthektik zu entgehen.
Am Abend traf das DG 1000-Team WI aus Wershofen ein, mit dem wir uns auf dem Camping zusammenstellten und einen lockeren Teamflug vereinbart hatten.
Flug im OLC
Probestart... (© AC Hodenhagen) ...und Probelandung
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Mittwoch, 01.08.: 1. Wertungstag
Co: Arvid
Aufgabe: AAT 3:30h, 218-408km (312km)
Vor jeden Wettbewerb hat die Wettbewerbsordnung das Eröffnungsbriefing gelegt. Weil dies meist länger dauert (Vorstellungen der Personen und der Abläufe beim Start- und Landebetrieb, Pilotensprecher, usw.) war der Beginn diese Briefings für 09:00 Uhr angesetzt. Da man nach dem Briefing zügig mit dem ersten Wertungstag loslegen wollte, wurde von der Wettbewerbsleitung empfohlen, noch vorher den Flieger aufzurüsten und in die Startaufstellung zu stellen. CT stand zum Glück von gestern schon fertig vor dem Hänger und musste nur noch betankt werden.
Das Briefing verlief ohne große Verzögerungen (irgendwie hatte es keine lokale Politikgröße geschafft, persönlich einen Vertreter mit Grußworten vorbeizuschicken) und mit den üblichen Diskussionen bei den üblichen Punkten (pro und contra 3km-Zielkreis mit Mindesthöhe 250 GND; Dokumentation der Motorfunktion bei den Fliegern mit Quirl). Das Wetter war recht ordentlich vorhergesagt: 1.600m NN, aber mit Warmluftadvektion (die zwischen 16:00 und 17:00 Uhr die Lüneburger Heide erreichen sollte) und später Übergang zu schwächerer Blauthermik. Alle drei Klassen hatten AAT-Aufgaben ( Aufgabenerklärung), wobei die Minimalzeiten immer länger wurden, je weiter hinten die Klasse stand. Die Doppelsitzer hatten mit 3:30h die längste Flugzeit und drohten somit im deutlich schlechteren Wetter anzukommen.
Zur Startbereitschaft um 12:00 Uhr standen alle Flieger im Starterfeld. Nun, fast alle. Während der Startaufbau fast abgeschlossen war, wurden noch mal ein ordentliches Stück Wiese gemäht, so dass die Hälfte der Doppelsitzer nicht in die Reihe schieben konnte und warten musste.
Pünktlich ging's vorne mit der Club-Klasse los und nach etwa einer Stunde waren alle 30 Einsitzer in der Luft. CT kam als zweiter in der Doppelsitzer-Klasse gut weg und war kurz nach 13:00 Uhr in der Luft. Probleme im Startbetrieb verzögerten die Abflugfreigabe leider bis 14:00 Uhr und somit war klar, dass die letzte Stunde wohl im schlechten Wetter geflogen werden musste. CT ist dann auch gleich nach Abflugfreigabe zusammen mit WI abgeflogen.
Rückenwind und schöne Entwicklungen verführten uns dazu, den ersten Wendesektor relativ weit auszufliegen. Und das war dann der flugbestimmende Fehler. Die Warmluft war deutlich früher da und auf dem langen Schenkel nach Osten ging der Bedeckungsgrad schnell von 3/8 auf 1/8 zurück, die Bärte waren schwerer zu finden und bei weitem nicht mehr so gut wie noch vor dem Abflug. Die Schnittgeschwindigkeit sank so weit, dass das eigentliche Ziel bei einer AAT, nämlich die Minimalzeit möglichst genau zu treffen, nicht mehr erreicht werden konnte und es nur noch darum ging, nicht außenzulanden. Der zweite Wendekreis wurde nur kurz angekratzt, weil ein Weiterflug bedeutet hätte, die Elbe gleich zweimal überqueren zu müssen. Bei jetzt mäßiger Blauthermik wurde der Teamflug zur einzigen Möglichkeit, noch nach Hause zu kommen. Das Wasser war längst draußen und es wurde jeder halbe Meter mitgenommen. Zusammen mit anderen Spätheimkehrern sind wir dann mit dem Prinzip "viele Flieger finden mehr als einer" rumgekommen. Zum Schluss waren wir sogar 100m zu hoch im Zielkreis, aber Martin hatte keine Lust auf eine späte Außenlandung und so konnte ich noch ein paar Fotos von der Umgebung und dem Serengeti-Park machen.
Beim abendlichen Getränk mit den anderen DoSi-Piloten stellte sich heraus, dass wir auf dem langen Schenkel nach Osten etwa 20 Minuten zu spät dran waren. Die DoSis, die im ersten Kreis früher gewendet hatten, bekamen das sich verschlechternde Wetter gerade noch nicht ab.
Tageswertung: 12. Platz
Startvorbereitung (© AC Hodenhagen)

DG 1000 aus Wershofen
(leider falsches Belichtungsprogramm)
Hodenhagen Flugplatz, links Campingplatz
dahinter Gewerbegebiet, links hinten Hodenhagen
Flugplatz, unten rechts
Einfahrt zum Serengeti-Park
Freizeitpark mit
Übernachtungsmöglichkeiten
Busflotte für die Fahrt
durch die Tiergehege
Fahrweg durch die Tiergehege

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Donnerstag, 02.08.: 2. Wertungstag
Co: Runrid
Aufgabe: AAT 2h, 145-293km (218km)
Am gestrigen Abend ging die Prognose für den heutigen Tag etwa in Richtung "Gottohgott" (oder so ähnlich). Beim Frühstück setzten dann zwar wie erwartet die ersten Schauer ein, ein Blick auf die Karten von WetterJetzt sagten aber ein kleines Wetterfenster voraus. Wir spekulierten daher, dass es für eine, vielleicht zwei Klassen einen Wertungstag geben könnte.
Die Wettbewerbsleitung sah das ähnlich und ließ das Feld aufbauen, bat aber für 11:45 Uhr zu einem zweiten Briefing. Hier gab es dann die dem Wetter angepasste AAT mit zwei Stunden Flugzeit. Die Startbereitschaft wurde für 12:30 Uhr festgelegt, der erste Start ging pünktlich um diese Uhrzeit raus und die Doppelsitzer bekamen um 14:00 Uhr ihre Abflugfreigabe. WI musste kurz vor Abflugfreigabe wegen technischer Probleme noch mal landen, somit fiel der Teamflug für heute leider aus.
Bis zum ersten Wendesektor konnte CT noch mit den Arcen mithalten, dann gab's jede Menge Rückenwind und somit weite und tief runtergehende Gleitstrecken und hier ging der Kontakt zu den Arcen verloren. Wegen des von Westen deutlich schlechter werdenden Wetters war nur die Minimalstrecke angepeilt worden, man wollte in den zweiten Wendesektor nicht allzu weit reinfliegen. Beim Erreichen dieses Sektors hatte CT einen Schnitt von etwa 100km/h auf der Uhr, aber jetzt kam der Gegenwindteil nach Hause...
Über den Campingplatz war inzwischen ein Gewitter mit einer extrem schön ausgebildeten Böenwalze hinweggerauscht. Etliche Vorzelte und Pavillons befanden sich dann nicht mehr vor, sondern auf den Wohnwagen. Ein paar Flieger aus der Standardklasse trafen noch ganz kurz vor dem Gewitter wieder am Platz ein und mussten dann teilweise im strömenden Regen notwassern.
CT war nach Durchgang des Gewitters am Platz noch in der Luft, und die Hoffnung auf ein Rumkommen war noch nicht ganz aufgegeben worden. Ich machte mich auf zum Hänger, um entweder den Flieger oder den Hänger an den Haken zu nehmen. Nach einer halben Stunde kam dann doch der Anruf: Außenlandung 3,5 km vor dem Platz noch außerhalb des Zielkreises. Zwar im Korn, aber jetzt hatte sich die Investition in ein hohes Fahrwerk endlich mal gelohnt, denn die Landung und das Rollen wäre nicht anders abgelaufen als auf Gras. Ein paar Minuten später dann ein erneuter Anruf, ich könne mit zwei Clubbies einen Konvoi aufmachen, die lägen im gleichen Acker - da war ich aber schon auf halber Strecke. Von den 11km naviberechneter Fahrdistanz gingen etwa 7km für landwirtschaftliche Wege drauf und auch die letzten 10 Meter zum Acker waren spezial: eine kleine Beton-"Brücke" führte auf einen kleinen Grasbereich, auf dem gerade mal drei Autos und ein Hänger Platz fanden. Aber da wir der erste Hänger am Acker waren, hatten wir das Vorrecht der ersten Abrüstung und der rangierfreien An- und Abfahrt. Während man CT in ihrer ganzen Schönheit im Korn bewundern konnte, musste man die beiden anderen LS 4en ein bisschen suchen. Die zuletzt gelandete LS 4 hatte sich zudem beim Aufsetzen noch um etwa 100° nach rechts gedreht - zum Glück ist aber alles heil geblieben.
Der Acker war vom Gewitter, das 3km weiter den Platz unter Wasser gesetzt hatte, verschont worden und so konnten wir dann zu dritt überraschend leicht CT in einer Treckerspur (in die Martin extra reingelandet war) bis fast vor den Hänger ziehen. Mittlerweile waren nicht nur die zwei anderen Rückholteams, sondern auch zwei Bauern mit großem Gerät eingetroffen, die "natürlich" über die Brücke und den Abrüstplatz in ihre Felder wollten. Also mussten wir nach dem CT-Abbau erst mal drei Autos und drei Hänger hin- und herrangieren. Einer der beiden Bauern war der Besitzer des temporären Sonderlandeplatzes und dieser war nur sehr schwer mit der Zusicherung einer unkomplizierten Begleichung des immensen Schadens, den die drei Flieger an seiner Braugerste angerichtet hatten, durch die Versicherung zu beruhigen (der andere Bauer schätzte den angerichteten Schaden auf einen Gegenwert von etwa fünf Liter Bier...).
Da 900m südwestlich weitere Flieger aufgeschlagen waren (darunter unsere Campingnachbarn mit ihrem Duo AF) und zudem ein Doppelsitzer beim Nachhausequirlen Fotos von oben gemacht hatte, gab's am Abend so manche Geschichte zu erzählen und Bilder auszutauschen. Beim Vergleich der Flüge in SeeYou ein paar Tage später fiel erst auf, wie knapp der CT-Flug an manchen Stellen eigentlich war (siehe hierzu die SeeYou-Screenshots weiter unten).
Tageswertung: 10. Platz
Gesamtwertung: 13. Platz
Rückholstrecke: 11km
Frühstückswetter Startaufstellung (© AC Hodenhagen) geballte Eifelpower
noch mit abgeklebten Klappenkästen PDA-Programmierung LX-Programmierung
ganzes Feld auf einem Bild währenddessen auf dem Campingplatz
vorne: CT mit der ersten LS 4 im Korn
links oben: 2 Duos und noch irgendwas (© Team FM)
über diese Brücke müsst ihr fahrn

CT mit hohem Fahrwerk im Korn

die erste LS 4 und... ...die zweite LS 4 im gleichen Feld alles recht nah beieinander
Standrichtung ungleich Landerichtung Fahrzeug- und Hängerrangieren etwas unentspannter Ackerbesitzer
knapp I: vor dem Abflug 27m
am ED-R vorbeigeschrammt

knapp II: genau die 280m-Lücke zwischen
letztem Wendekreis und ED-R getroffen
(an der Ecke 45m vom ED-R entfernt)
knapp III: Außenlandung 500m vor
dem Zielkreis und 3,5km vor dem Ziel

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Freitag, 03.08.: 3. Wertungstag
Co: Arvid
Aufgabe: AAT 3:30h, 250-452km (348km)
Da wir CT am gestrigen Abend nicht mehr aufgebaut hatten, war frühes Aufstehen angesagt, damit wir um 08:00 Uhr mit dem Waschen und Aufbau anfangen konnten.
Beim Briefing gab's eine vielversprechende Wettervorhersage - und die nächste AAT.
Nach pünktlichem Startbeginn und trotz eines eher schlechten Schlepps auf knapp 400m sind wir mit allen anderen Doppelsitzern ohne viel Warterei nach der Startfreigabe abgeflogen. Die beiden vorher gestarteten Klassen berichteten von einer von Westen heranziehenden langen Schauerlinie. Diese sorgte zwischen erstem und zweitem Wendesektor für hervorragende Steigwerte und lange Geradeausstrecken (und einem 4m-integrierten Kraftwerksbart, mit dem wir die davongeflogenen Arcen wieder einholen konnten), aber auch dafür, dass alle den zweiten Sektor nur kurz berührten und dann sofort wieder nach Nordosten umkehrten, denn die Schauerlinie schloss langsam den Korridor zwischen dem noch regenfreien Bereich und der Kontrollzone Hannover. Fast alle Doppelsitzer mussten den Luftraum Hannover nutzen und unter 6500 und teilweise sogar unter 4500 Fuß bleiben. Nach beinahe 50km Gleitstrecke bis hinter die Kontrollzone Hannover markierten die Arcen den nächsten Bart und dort haben wird dann an den Arcus DD angedockt und sind ihm mit Highspeed nachgeflogen. Nächste Gleitstrecke: 90km mit einem Schnitt von 150km/h, gesamter dritter Aufgabenschenkel: 120km mit einen Schnitt von 137km/h. Da wir im 3. Sektor etwa mittig wendeten, den 2. Sektor aber nur sehr kurz ausgeflogen hatte, war klar, dass der letzte Wendesektor relativ weit ausgeflogen werden musste, damit wir nicht weit vor der Aufgabenzeit wieder zurück sein würden. Die Bedingungen wurden allerdings etwas schlechter, so dass die momentane Schnittgeschwindigkeit von über 130km/h sowieso nicht zu halten war, trotzdem sind wir den Sektor fast bis an den Rand ausgeflogen. Hier haben wir durch kollektive Unaufmerksamkeit unser Zugpferd verloren. Wir blieben zu lange in einem 2m-Bart, obwohl an der Sektorengrenze mindestens 3m standen. DD stieg frühzeitig aus, traf die 3m und konnte sich absetzen.
Der weitere Heimweg zeigte sich großflächig abgeschattet und breitgelaufen, so dass wieder etwas verhaltener geflogen wurde. Ungefähr 60km vor Hodenhagen trafen wir WI und ab da haben wir uns im Team von Aufwind zu Aufwind gehangelt. Nach dem letzten optisch gut markierten Bart hätte es für einen direkten Heimflug eigentlich schon gereicht, durch den Umweg nach Süden zur letzten Wende brauchten wir aber noch etwa 150m Höhe. Die gemeinsame Suche mit WI war schnell erfolgreich und so haben wir hier noch mal 100m Reserve draufgetan, da nicht klar war, ob wir vor, zwischen oder während der Schauer am Flugplatz ankommen würden - es hat dann für eine trockene Landung zwischen zwei Schauern gereicht.
Ein extrem lehrreicher Flug was Flugwegtaktik und Aufgabenverteilung im Doppelsitzer anging. Allein die 70 Minuten Arcus-Hinterherfliegen haben mehr gebracht als so mancher 8-Stunden-Urlaubsflug. Die erfahrenen Wettbewerbspiloten haben zusätzlich noch gezeigt, wie man richtig AAT-Aufgaben fliegt: Weil der zweite Wendesektor wegen des heranziehenden Schauerbandes nicht ausfliegbar war und der restliche Flug sehr hohe Schnittgeschwindigkeiten ermöglichte, war zum Schluss noch viel Flugzeit übrig, die eigentlich verfallen wäre. Lösung: der Zielkreis wurde nicht direkt angeflogen, sondern einmal umrundet und dann von hinten eingeflogen. Dies brachte bei gleicher gewerteter Flugzeit 6km mehr Strecke und somit eine höhere Schnittgeschwindigkeit. Wieder was gelernt.
Tageswertung: 09. Platz
Gesamtwertung: 11. Platz
Kollateralbeute von gestern im Fahrwerkskasten Endanflug mit WI
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Samstag, 04.08.: 4. Wertungstag
Co: Runrid
Aufgabe: AAT 1:45h, 157-310km (231)
Da CT noch von gestern aufgerüstet war, begann der Tag mal etwas geruhsamer. Leichter Nieselregen beim Frühstück ließ eine Vorahnung aufkommen, was für eine Aufgabe es heute geben würde. Beim Briefing wurde diese bestätigt: AAT - Folge IV. Startbereitschaft 12:00 Uhr
Die Aufgabe war zwar kleiner als an den Vortagen, aber selbst für die Bewältigung der Minimalstrecke in der angegebenen Zeit musste man fast einen 90er Schnitt fliegen. Beim Startaufbau wurde die in Rotenburg vor zwei Jahren kennengelernte Quali-Regelung "Ein Wettbewerb, der keinen Tag hat, bei dem die Startaufstellung im Regen erfolgt, ist kein DAeC-konformer Wettbewerb." erledigt. Und auch das gibt's wirklich nur auf nem Wettbewerb: bei leichtem Regen werden ohne zu zögern 120l getankt.
Das Wetter wurde besser, aber nur zögerlich, sprich es setzte eine Verschiebeorgie ein: 13:00, 13:30, 14:00, 14:15
Bei einem vorhergesagten Thermikende um 18:00 Uhr (bei Überentwicklungen um 17:00 Uhr) wurde nun langsam die Zeit für das Wetterfenster knapp. Die Doppelsitzer bekamen um 16:00 Uhr ihre Abflugfreigabe, die zuletzt geschleppten hatten aber extrem zu kämpfen, um überhaupt am Platz hochzukommen. Die motorisierten DoSis brauchten zwar nicht zu landen, sie durften aber mit Motorhilfe eine bestimmte Höhe nicht übersteigen und nur in einer platznahen Box den Motor benutzen - kamen also auch nicht richtig entspannt zur Abfluglinie. Wer dann als allerletzter geschleppt wird und keinen Motor hat, der hat die OberA-Karte gezogen. WI hatte keine Chance mehr, aus der Winde den Anschluss zu bekommen, ist dreimal abgesoffen und hat danach den Tag aufgegeben.
Über den Flug ist nicht viel zu berichten: Der starke Wind sorgte für einen echten Basteltag und es konnte fast den gesamten Flug über in kleineren Teams geflogen werden (einzige kleine Ausnahme: kurzfristig wurde einem Standardklasseflieger hinterhergeflogen...).
Zum Schluss wurde aber die Endanflugfähigkeit von CT und die Nerven der Besatzung getestet: nach dem letzten Bart 30km vor dem Ziel zeigte der Endanflugrechner +180m auf den Zielkreis (was für einen strafpunktfreien Flug 70m zu tief war) und +80m auf den Platz. Ein kleiner Schlenker über eine Waldkante brachte auch kein verwertbares Steigen mehr und so war klar, dass erstens die geforderte Zielkreishöhe nicht mehr zu machen war, und zweitens es für eine Platzrunde reichlich knapp werden würde. Nachdem Martin seinen letzten Funkspruch "10km, sieht schlecht aus" abgesetzt hatte, bin ich vom Camping zum Hänger gefahren, um auf die Dinge zu warten, die da kommen mögen. Als nach 15 Minuten immer noch keine Landung (oder zumindest irgendeine Meldung) erfolgt war, machte ich mir doch Sorgen und als dann mein Handy klingelte, war klar, dass der Hänger zum Einsatz kommen würde.
Runrid: "Wo bleibst Du? Wir stehen vor dem Campingplatz!" Martin war einfach quer in den Platz reingelandet und hatte die alte Piste 27 benutzt. Das hatte ich nur leider nicht mitbekommen, weil ich wegen der langen Fahrt vom Camping zum Hänger etwas zu spät von der Laber- auf die Landefrequenz gewechselt war, danach nur die 21-Platzrunde beobachtet hatte und somit den 27-Endteil im Rücken hatte.
Gekostet hat dieser Stunt 105 Strafpunkte (bei 518 Punkten für den ganzen Flug) für 105m zu tief im Zielkreis (was die höchste Strafpunktzahl des ganzen Wettbewerbs bleiben würde), einen Platz in der Tages- und einen in der Gesamtwertung. Gebracht hat es allerdings einen 6. Platz in der Tageswertung inkl. Geschwindigkeitswertung, eine vermiedene Außenlandung und eine Geschichte fürs Lagerfeuer und die Enkelkinder. Wertung hierfür durch den Rückholer: Coole Aktion!
Tageswertung: 06. Platz
Gesamtwertung: 11. Platz
Frühstückswetter täglich frisches Futter für CT
Tanken im Regen 3 Stunden später: der erste Schlepp im vielversprechenden Wetterfenster
Start (© AC Hodenhagen) Flugplatz erfolgreich getroffen
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Sonntag, 05.08.: neutralisiert
Die Vorhersage für heute war nicht gut, was sich beim morgendlichen Blick aus dem Zelt auch bestätigte. Da wir CT gestern Abend abgebaut hatten, pokerten wir beim CT-Aufbau und haben auf eine Neutralisation oder zumindest auf eine Verschiebung gesetzt. Beim zweiten Briefing um 11:30 Uhr wurde der Tag dann tatsächlich abgesagt und wir hatten uns eine Aufrüstung gespart.
Der Rest des Tages wurde mit einer Radtour (Runrid+Martin) und abhängen+lesen (ich) rumgekriegt.
Am Abend hatte die Jugendgruppe vom AC Hodenhagen zum Lagerfeuer vor deren Jugendcontainer geladen und so klang der Tag mit einem lokalen Brauerzeugnis gemütlich aus.
Frühstückswetter rechts CT-, links WI-Lager
hiesiges Spezialwetter: schnell heranziehender und wieder verschwindender Bodennebel
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Montag, 06.08.: neutralisiert
Das Wetter am Morgen war nicht viel besser als gestern, und so hatten wir den gleichen Zeitplan wie am Tag zuvor: 08:30 Uhr Frühstück, 09:30 Uhr Briefing ohne vorheriges CT-Aufrüsten
Beim Briefing war es immer noch stark bedeckt und leichter Regen setzte ein. Der Tag wurde aber noch nicht aufgegeben, sprich: nächstes Briefing um 11:30 Uhr.
Hier gab es zu Überraschung vieler Aufgaben! Wie zu erwarten wieder eine AAT (mittlerweile die 5.) - Startbereitschaft um 13:00 Uhr.
Jetzt war Alarmaufrüsten angesagt: 12:02 Uhr am Hänger, 24 Minuten später hing CT mit 60 Litern getankt fertig an der Schleppstange, 12:40 Uhr Einnahme des Platzes in der Startaufstellung.
Was folgt auf eine hektische Aufrüstung und Aufstellung des Starterfeldes? Gemütliches Warten.
Der erste Start der Club-Klasse wurde erst mal auf 13:30 Uhr verschoben. Die dann geschleppte erste Startreihe blieb zwar oben, meldete aber nur maximal 800m NN. Wegen des starken Windes wurde um 14.00 Uhr die Club-Klasse neutralisiert und da die Flugzeuge nicht zu ihren Hängern gezogen werden konnten, mussten sie an den Rand der Landebahn geschoben werden und durften von dort den beiden anderen Klassen beim Warten zuschauen.
Um 14:30 Uhr wurden dann etwas überraschend (und nach Meinung einiger im Feld viel zu früh) die Standard- und Doppelsitzerklasse ebenfalls neutralisiert.
Einige Team machten ein paar Rückholer- oder Typenbierstarts, der Großteil der Doppelsitzer blieb einfach in der Startaufstellung stehen, zog die Cover über und pflockte die Flächen an. Da für das Wetter in der kommenden Nacht nur wenig Regen und vor allem keine Gewitter vorhergesagt waren, haben wir CT mit abgeklebten Klappenkästen und Hauben stehen gelassen.
Den Rest des nun nicht mehr zu größeren Aktionen zu gebrauchenden Tages haben wir genutzt, um noch mal mit dem Auto ein wenig Ackersightseeing im südlichen Endanflugbereich des Platzes zu machen.
sehr niedrige Basis... ...mit viel Wind neutralisierte Clubklasse am Flugplatzrand
Zeit zum Cockpitschauen kollektives Abhängen
Wolken im Sonnenuntergang
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Dienstag, 07.08.: neutralisiert
Neuer Tag, gleiches Wetter, gleicher Tagesablauf: 09:30 Uhr Briefing, 11:30 Uhr 2. Briefing, hier neutralisiert, danach dann wegen schlechter Aussichten CT-Abbau.
Am Nachmittag fuhren Runrid und Martin in die Sauna nach Soltau, ich schnappte mir Martins Rad und machte eine Radtour die Aller runter.
75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Eickeloh die Brücke des Grauens zum Platz... ... mit einspuriger Zufahrt
fast die gesamte Doppelsitzerklasse in ihren Schlafanzügen in der Startreihe
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Mittwoch, 08.08.: neutralisiert
Neuer Tag, neuer Tagesablauf: 09:30 Uhr Briefing, allerdings kein 2. Briefing sondern gleich um 12:00 Uhr Startaufbau. Bei den Aufgaben blieb sich die Wettbewerbsleitung treu: die nächste AAT mit Minimumstrecke...
Das Wetter war zwar deutlich besser als gestern, aber es gab wieder starken Wind. Die Club-Klasse stand erneut vorne und die erste Startreihe wurde nach zweimaliger Startverschiebung auf 12:15 und 12:30 Uhr wieder als Versuchsbojen genutzt: Die zerrissenen 1m-Aufwinde reichten bis auf 700m GND.
Es folgten weitere Verschiebungen auf 13:00, 13:15, 13:30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war immer noch keine wesentliche Wetterverbesserung eingetreten, so wurde um 13:30 Uhr der Tag für alle Klassen neutralisiert. CT wurde danach wieder entwässert und abgebaut.
Im Laufe des Nachmittags und des Abends gab es noch einige Überentwicklungen und leichte Schauer.
Startaufbau mit PDA-Programmierung PDA-Programmierung
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Donnerstag: 09.08.: neutralisiert
Neuer Tag, gleiches Wetter, gleiche Tagesaufgabe: AAT mit 2,5h Flugzeit (erste Vermutungen und Gerüchte machten im Feld die Runde: Hatte der Wettbewerbsleiter die Regeln für eine Racing Task vergessen oder nicht dabei? Waren die 500m-Wendezylinder kaputt oder ausverkauft? War die eingesetzte Version des Auswerteprogramms von SeeYou defekt oder sogar nur eine unregistrierte Version mit deaktiviertem Menüunterpunkt "Racing Task"? - Spekulationen über Spekulationen)
egal - Die Startbereitschaft wurde auf 12:00 Uhr gelegt - mit dem Hinweis, dass es heute bei der beibehaltenen Startrichtung 21 eine deutliche Seitenwindkomponente geben würde, mit der Tendenz am Nachmittag zu Rückenwind.
Es folgte ein neuer Rekord an Anzahl der Verschiebungen: 12:30, 13:00, 13:30, 13:45, 14:00
Um 14:15 Uhr musste wie gewohnt die erste Startreihe der Club-Klasse als Thermikboje hoch. Diese konnten sich nur mit Mühe halten und um 14:30 Uhr wurden (zur Überraschung der meisten) gleich alle drei Klassen neutralisiert.
Mit den Piloten vom Duo-Team AF hatten wir vor ein paar Tagen ein Gästefliegen vereinbart und so tauschten wir die Besatzungen durch. Runrid konnte bei ihrem Start mit dem Duo nur eine Platzrunde fliegen, während ich mit dem Piloten und dem Co jeweils den Anschluss schaffte und beide die Flugeigenschaften einer DG 1000 testen konnten. Übereinstimmend mit einem Fluglehrer, der als Rückholer für einen Clubbi dabei war und den wir am Montag zu einem Typenflug mitgenommen hatten, waren die beiden angenehm von der 1000 überrascht (vor allem wie leise CT gegenüber ihrem Duo flog) und berichteten vom im Verein intensiv betriebenen "1000-Schlechtreden" (was offensichtlich deutschlandweit mit viel Überzeugung und mit lokal wechselnden Typen stattfindet...).
Während ich also mit meinem zweiten Gast um den Platz gondelte, fragte Runrid über Funk an, wann ich denn endlich zur Landung komme würde. Etwas verwirrt die Rückfrage, warum ich das machen sollte, es ginge doch noch recht gut. Antwort: Martin ist mit dem Duo südlich des Serengeti-Parks außengelandet. Das hatte ich über Funk wieder nicht mitbekommen, weil ich kurz auf die Quasselfrequenz gewechselt war, um mich mit WI zu unterhalten. Jetzt konnten wir uns an einen Duo erinnern, den wir beim Verlassen eines Barts über dem Park dabei beobachtet hatten, wie er recht zielstrebig und tief in Richtung unseres Bartes vom Platz wegflog. Dies war der Duo mit Martin und da mein aktueller Co für die Rückholung gebraucht wurde, musste ich eben wieder landen. Unsere Höhe haben wir aber noch sinnvoll in einen Rundflug um den Duo investiert und ein paar Fotos gemacht.
Wie die beiden Außenlander später berichteten, hatten sie CT über dem Park kreisen gesehen und waren direkt in diese Richtung abgeflogen. Dabei hatten sie aber den inzwischen herrschenden Rückenwind unterschätzt, und als sie nach erfolglosem Thermiksuchen wieder in Richtung Platz drehten, war dieser ziemlich tief am Horizont und ihre Position nicht wie gedacht über dem Park, sondern weit dahinter. Als klar war, dass der Platz nicht mehr zu erreichen war, nahm der Duo-Pilot einfach den gleichen Acker, in dem er eine Woche zuvor schon gelandet war, nur jetzt aus der anderen Richtung. Aus der Winde direkt in den Acker - geht auch mit einem Duo in unter fünf Minuten. Die Rückholung verlief problemlos, da der Fahrtweg bekannt und der Acker mit dem Gespann gut zu befahren war.
Wie gut der Tag war und warum aus Sicht vieler zu früh neutralisiert wurde, zeigten einige andere Doppelsitzer. Sie nutzten die Platzsperrung von Bremen (aufgrund der Erneuerung der Landebahn) und flogen 60km nach Nordwesten, um über Bremen Tower zu wenden. Das wäre mal eine Wende für einen Wettbewerbsflug gewesen...
Beim Rückholerbier zurück an der Flugplatzkneipe, standen um 19:00 Uhr immer noch schöne Entwicklungen und Cus am Himmel.
Mit der Hoffnung auf einen letzten Wertungsflug am morgigen Tag und/oder einen Rückflug zur Binz am Samstag wurden bei CT wieder die Klappenkästen und Hauben abgeklebt und stehen gelassen.
Wetter (schlecht) schaust dem Windsack du ins Maul - ist was faul erneutes Aussitzen
Wetter (schon besser) Wetter in Richtung erster Wende DoSis OK... ... aber nicht in Richtung erster Wende Clubklasse
Wo liegt der Duo und wo lag CT vor einer Woche? (© Team AF) schon bekannte Anfahrt...
...zum gut zu befahrenen Acker Abendrot bringt Thermiktod
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Freitag, 10.08.: neutralisiert und Siegerehrung
Letzter Tag, gleiches Wetter, gleicher Tagesablauf: 1. Briefing um 09:30 Uhr, 2. Briefing um 11:30 Uhr
Da sich das Wetter bis kurz vor 12:00 Uhr nicht deutlich gebessert hatte, wurde neutralisiert und der fliegerische Teil des Wettbewerbs beendet. Von den Piloten aus Süddeutschland wurde der Vorschlag gemacht, die Siegerehrung von Samstag Vormittag auf heute Abend vorziehen, damit man den ganzen Samstag für die Rückfahrt nutzen konnte. In einer persönlichen Abstimmung durch alle Piloten wurde dieser Vorschlag angenommen. Die Siegerehrung wurde (Teilnahmepflicht für alle Piloten!) aber auf 22:00 Uhr gelegt, damit das geplante Abschlussgrillen nicht zu einer Party ohne Teilnehmer verkommen sollte. Trotzdem machten sich im Laufe des Freitags schon etliche Rückholmannschaften mit Anhängern vom Acker Flugplatz.
Das CT-Team nutzte den Rest des Tages für einen Besuch im schon erwähnten Serengeti-Park um die Ecke. Freitag Nachmittag und sehr durchwachsenes Wetter sorgten dafür, dass der Park extrem leer war und es keinerlei Wartezeiten am Eingang, den geführten Touren mit den Parkbussen oder an den Vergnügungs"geräten" gab (an einem schönen Wochenendtag reichte der Stau vor der Kasse mal die gesamten 5km bis zur Autobahnabfahrt zurück). Der Park ist in einzelne Sektionen unterteilt - z.B. Afrika, russische Tundra, amerikanische Prärie -, durch die man entweder mit dem Privatwagen oder mit einem Parkbus fahren kann - bei den Parkbussen sind dann noch Informationen und namentliche und teilweise persönliche Vorstellung der einzelnen Tiere durch den/die BusfahrerIn mit drin. Wir haben die Parkbus-Variante gewählt (Stichworte: Affen + Scheibenwischer). Die Tour ist etwa 10km lang, bei eigentlich jeder Tierart wird angehalten und was erklärt und bei den nachgewiesenen Pflanzenfressern wurden diese in die offene Bustür gelockt und gefüttert. Bei den Fleischfressern wurde hiervon aber abgesehen. Die verschiedenen Sektionen mit Huftieren sind nur durch ein Gitterrost voneinander getrennt (kennt man von Almwiesen für die Kühe), bei den Fleischfressern waren das allerdings richtige Schleusen mit jeweils zwei elektronisch angetriebenen Toren (kennt man aus "Jurassic Park"). Unsere Busfahrerin hatte vor geraumer Zeit Fallschirmsprung in Hodenhagen betrieben und berichtete, dass mal ein Springer in den Park abgetrieben wurde und im Löwenteil gelandet war. Zum Glück blieb er in einem Baum in einer ausreichenden Höhe hängen, sonst wäre er als Zwischenmalzeit geendet. Durch den Vergnügungsteil des Parks sind wir nur so durchgeschlendert, das Riesenrad haben wir allerdings benutzt, um uns mal den Flugplatz von hier aus anzuschauen.
Das abendliche Abschlussgrillen war gut besucht und dazu gab es ein Angebot aus lecker Lokalgebrautem und verschiedenen Cocktails. Die Siegerehrung war mal was anderes: Zum einen weil keine großen Reden stattfanden (da wieder keiner der Politgrößen konnte), und zum anderen weil die Briefinghalle offensichtlich nicht für eine Veranstaltung bei Dunkelheit vorgesehen war. Statt die (vermutlich) vorhandene sterile Hallenbeleuchtung zu nutzen, wurde die Siegerehrung bei ein paar Dutzend Teelichtern und einem laufenden Beamer mit Wettbewerbsfotos durchgeführt. Fand ich irgendwie viel netter. Der Wettbewerb klang - wie üblich - dann bei einem schönen Lagerfeuer zu unterschiedlichen Zeiten aus.
Zu vorgerückter Stunde zeigte an der Theke dann ein recht bekannter Alpenrekordflieger seine Barkeeper-Talente und die Fähigkeit, durch eine erstaunlich flexible Preisgestaltung der Getränke die Jugendkasse des Ausrichters noch merklich aufzubessern.
kaum Hoffung auf noch einen Tag lange Tiere (bei der Nahrungsaufnahme) lange Tiere (sitzend)
imposantes Tier viele faule braune Tiere (aber gefährlich) faule gestreifte Tiere (auch gefährlich)
faules weißes Tier (ebenfalls gefährlich) Camping und alte Landbahn vom Riesenrad aus Krachmacher, die man bis zum Camping hört
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Samstag, 11.08.: Rückfahrt
Wie schon am gestrigen Abend befürchtet, war das Wetter doch wieder deutlich schlechter geworden, und somit wurde der Plan, CT zur Binz zu fliegen, aufgegeben. Lokal war die Basis zwar niedrig, die Entwicklungen allerdings vielversprechend und nach Westen und Osten sehr gut strukturiert. Auf den großräumigen Vorhersagekarten gab es aber stets einen sehr schlechten Bereich südlich des Teutoburger Waldes, so dass ein Erreichen des Bergischen Landes oder des Sauerlandes nicht machbar erschien. Also haben wir CT ein letztes Mal abgebaut und das ganze Camping-Equipment in den Hänger geschachtelt. Wie richtig die Entscheidung war, CT fahrend zur Binz zurückzubringen, zeigte sich dann ab der Porta Westfalica, von wo ab wir bis etwa zum Kamener Kreuz immer unter 8/8 fuhren. Hier lockerte die Bewölkung auf und erst ab Hagen waren in Richtung Bergisches Land wieder schöne Cus zu sehen. Auf der Binz angekommen berichtete man am Start, dass die Thermik auch hier erst sehr spät losgegangen sei und die eigentlich tollen Wolkenentwicklungen nicht immer das hielten, wonach sie aussahen.
Auf der Heimfahrt nach Aachen zwang uns dann noch ein Stau, ein ganzes Stück zurückgefahren und eine alternative Strecke zu nutzen, so dass wir erst um 21:00 Uhr wieder in AC waren.
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Fazit:
Die Zielvereinbarungen des DOSB Ministeriums Landesverbandes Vereinsvorstandes Piloten sind übererfüllt worden (nämlich nicht Letzter zu werden und CT heile zu lassen), so dass Hoffnung auf Fortführung des Projektes "CT unterwegs" in den nächsten Jahren besteht.
Vier von zehn möglichen Wertungstagen war eine eher enttäuschende Ausbeute. Wenn man sich aber die anderen Qualiwettbewerbe ansieht, war das in diesem Jahr eher der Durchschnitt (Bayreuth hatte z.B. nur zwei, Landau mit sieben die meisten Wertungstage). Die zweite Woche mit windigem Lange-Klamotten-Wetter und sechs Neutralisationen hintereinander zog die gute Bilanz der ersten Woche gehörig nach unten. An zwei Tagen hätte man aber zwei oder zumindest eine Klasse ihre Aufgaben fliegen lassen können.
Die Wertungstage sahen morgens wettermäßig oft nicht danach aus, dass man hätte vernünftig fliegen können. Da das Wetter sich aber extrem schnell änderte (sowohl Windstärke, als auch Richtung; Regen an/aus) und die Lüneburger Heide mit ihrem Sandboden den Regen sofort wegsaugte, stellten sich 30 Minuten nach einem (auch längeren) Regen wieder Flugwetter ein. In der Eifel wäre solch ein Tag dann fürs Fliegen meistens gelaufen gewesen.
Noch mal Thema "Eifel". Hier ist man ja das ein oder andere ungemütliche Waldgebiet gewohnt (z.B. Ahrtal), aber was die flächige Ausdehnung angeht, gibt's in der Heide auch die ein oder andere Ecke, die man ungern Abends mit der Hoffnung auf den dringend benötigten Heimkehrbart überfliegt.
Der CT-Auf- und Abbau mit einem eingespielten 3-Personen-Team klappte extrem gut. Selbst bei 120l-Betankungen brauchten wir immer unter 40 Minuten für den gesamten Aufbau (und da haben wir die letzten zehn Minuten zu dritt wartend um die Aquariumspumpe und die Kanister herumgestanden). Am schlechtesten verlief in der Tat die Abbauaktion im Acker mit sieben Personen, und das lag nicht daran, dass CT hab im Korn und halb in einer unebenen Treckerspur stand.
Obwohl es nur eine Außenlandung gab, wurde CT fünf Mal auf- und abgerüstet - alle anderen Abrüstungen wurden wegen des schlechten Wetters durchgeführt. Letztes Jahr in Zwickau gab's die vielen Aufrüstungen hauptsächlich wegen der Außenlandungen, hier ging es einem doch ziemlich auf den Keks, nach einer Neutralisation oder wegen Regenankündigung das Wasser wieder rauszulassen und abzubauen, während die Konkurrenz nebenan die Erdanker und Flächenstützen rausholte und einfach die Cover über ihren DoSi werfen konnte.
Bleibt zum Schluss die Frage: Wohin verschlägt es CT nächstes Jahr? 2013 ist DM-Jahr und somit finden keine Qualiwettbewerbe statt. Aber es gibt ja noch einiges an lokalen Wettbewerben: Merzbrück, Mönchsheide, Wershofen. Oder vielleicht mal was in einer ganz anderen Ecke von Deutschland? Mal schaun, was uns im Winter so an Ideen zufliegt...
Beendet wird der Bericht mit einem großen "Danke schön" an Runrid und Martin für den gemeinsamen Urlaub. Viele Grüße gehen an das Team WI aus Wershofen, ans Team AF (fürs Duo fliegen starten und landen) und das Team FM (für die Dokumentation der CT-Ackerung von oben). Eine Entschuldigung geht an das Team aus Borkenberge, das wir gleich mit zwei LS 4en in ein für sie zu hohes Kornfeld gelockt haben ;-).
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Insider-Stichwörter:
Firenze, barfuß, Fußmatte, Racing Task, König der Löwen, Jugendcontainer mit Südstaaten-Veranda, "Die Vögel"
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