Team CT
Niedersächsische Segelflugmeisterschaften & Qualifikationswettbewerb zur DM 2015
Rotenburg/Wümme, 31.07.-10.08.2014

Arvid

Prolog
26.07. Fahrtag 03.08. 4. Wertungstag (AAT, 2:00h)
27.07. Besuchs- und Fahrtag II 04.08. neutralisiert (Hägen und Pflägen)
28.07. 1. Trainingsflug 05.08. in der Luft neutralisiert
29.07. technische Verbesserungen 06.08. 5. Wertungstag (RT, 327km)
30.07. 2. Trainingsflug 07.08. neutralisiert (Bremen)
31.07. 1. Wertungstag (RT, 304km) 08.08. 6. Wertungstag (RT, 296km)
01.08. 2. Wertungstag (RT, 398km) 09.08. neutralisiert, Siegerehrung
02.08. 3. Wertungstag (AAT, 2:30h) 10.08. Rückfahrt
Fazit   Insider-Stichwörter   Bildernachschlag

Prolog
Gerades Jahr ist Qualijahr und daher war die Freude im CT-Team groß, als bekannt wurde, dass sich der VfL Rotenburg nach vier Jahren wieder zur Ausrichtung eines Qualiwettbewerbes bereiterklärt hatte.
Auch dieses Mal war Rotenburg wieder der einzige Qualiwettbewerb in Deutschland, der an der Winde gestartet wurde (oder alternativ halt im Eigenstart), im Vergleich zur letzten Quali 2011 war zwar die 15m-Klasse gestrichen worden, es nahmen aber dennoch wieder 83 Flugzeuge teil: 27 in der Clubklasse, 22 in der Standardklasse (davon 4 mit Motor), 17 in der 18m-Klasse (davon 12 mit Motor) und 17 in der Doppelsitzerklasse (davon 9 mit Motor)
Zwei bedeutende Änderungen gab es allerdings zu den vergangenen Qualis:
- in der Doppelsitzerklasse wurde jetzt mit Index geflogen (DG 1000 und Duo Discus mit 100, Duo Discus XL mit 101, Arcus mit 104)
- statt der Ziellinie 'Flugplatzrand' gab es einen 4km-Zielkreis um den Flugplatzbezugspunkt, für den eine Ankunftsmindesthöhe von 280m NN galt.
Die Sperrgebiete im Süd-Osten des Platzes waren seit der Quali 2012 in Hodenhagen leider nicht weniger geworden (Erklärung der Sperrgebiete), so gingen die Aufgaben meist um diese drumherum.
(Ein Klick auf alle Bilder liefert wieder eine vergrößerte Version, die Links bei den Aufgaben und Wertungen führen zur Wettbewerbsseite)
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Samstag, 26.07.: Fahrtag
Ich hatte vor, wieder einen Tag des Wettbewerbs für Verwandtenbesuch in Hamburg zu nutzen und da das mit der Planung von freien Tagen während eines laufenden Wettbewerbs so eine Sache ist, hab ich den Besuchstag halt auf den Sonntag vor den Wettbewerb gelegt.
Für mich ging es also schon am Samstag Vormittag los und weil ich Jürgens LS 1 nach Rothenburg zog, gab's einen leer geräumten, frisch gewaschenen und voll getankten Firmen-Vivaro mit dazu. Für das CT-Team hatte dies weiterhin den Vorteil, dass wir uns keine Gedanken mehr darum machen mussten, was wir an Zeug mitnehmen konnten und wo das verstaut werden musste: Vivaro-Tür auf, alles rein, Vivaro-Tür zu, fertig.
Bei 8/8 mittags ohne was Wichtiges in Aachen zu vergessen von Merzbrück weg, ohne Stau am späten Nachmittag in Rotenburg angekommen, im Trockenen das Zelt aufgebaut: perfekter Reisetag
Zu meiner Überraschung war ich auf dem Campingstreifen das erste Zelt und hatte somit ausreichend Platz, um den CT-UM-claim großzügig abzustecken.
Ein kurzes Hallo bei den Rotenburgern brachte mir dann noch die Ehre ein, "den Hallengriff" überreicht zu bekommen, mit dem ich am nächsten Morgen in deren Vereinsheim unter die Dusche springen konnte (Vielen Dank an Christian!).
noch ganz allein Abendramontik
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Sonntag, 27.07.: Besuchs- und Fahrtag II
Früh morgens bin ich nach Hamburg los, hab mich dort in der Neuen Hafencity umgeschaut und bin dann zu dem Verwandtentreffen gefahren. Gleichzeitig machten sich Runrid und Martin mit CT und Jürgen mit seinem Wohnwagen auf die Reise.
Viel zu berichten gibt's vom Tag daher nicht, außer von einem unvorsichtigem Hund, der sich beim Herumtollen von einem Modellflugpropeller den hintersten Körperfortsatz anschnitzeln ließ und danach bei allen Umstehenden zunächst für viel Mitleid und dann jede Menge nicht mehr ganz so saubere Klamotten sorgte.
Elbphilharmonie mit inzwischen
denkmalgeschützten Baukränen
Wohnraumstudien
Elbphilharmonie und Neue Hafencity
U-Bahnstation mit der wohl
deutschlandweit höchsten Decke
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Montag, 28.07.: 1. Trainingsflug
Co: Arvid
Heute also Schluss mit Lustig, ab jetzt wurde ernsthaft trainiert.
Was bedeutete: erst mal Einkaufen und die Reste des Warmluftdurchzugs abwarten
Da wir ja immer Land und Leute kennenlernen wollen, werden bei der Getränkewahl stets die örtlichen Brauereien unterstützt (oder was wir als aus der Gegend kommend vermuten). Die 5x5-Kisten bieten sich hervorragend an, um fünf verschiedene Sorten durchzutesten und sich dann für einen Gewinner zu entscheiden.
Mittags war das Wetter endlich soweit, dass man eine kleine Probe-AAT (Erklärung dieses Aufgabentyps) rund um die Sperrgebiete versuchen und vor allem die technischen Erweiterungen im Cockpit testen konnte. Im Flug war der Warmlufteinfluss noch deutlich zu spüren, somit sahen die Wolken leider besser aus als die Steigwerte unter ihnen, und so wurde aus dem Flug um die Sperrgebiete herum nur ein Flug 80 km nach Osten bis Lüneburg und zurück. Das letzte Stück sind wir mit Jürgen zusammen geflogen und da mussten wir feststellen, dass irgendwas an CT kaputt war, denn die LS 1 flog genauso gut wie CT (waren aber zum Glück nur die bei CT fehlenden Mückenputzer und die fehlende Politur...).
Viel unangenehmer war allerdings die nicht funktionierende Navigationselektronik, die wir abends wieder auf die Grundausstattung zurückgebaut haben.
(für die Interessierten: zum Vergleichen und ggf. Verbessern der Flarm-Reichweite flogen wir neben dem Standard-Flarm auf dem hinteren Instrumentenpilz mit einem zweiten Flarm-Gerät ganz vorn auf dem Piloten-Instrumentenpilz, das aber trotz Einstellung als Schleppflugzeug ständig vor dem hinteren Flarm kollisionswarnte; das hintere Flarm lieferte die Daten für den PDA des Co und für das Butterfly, konnte also nicht ohne größere Verluste abgeschaltet werden; da Martin sich mit seinem Oudie an das vorderen Flarm gehängt hatte, fielen nach Deaktivierung des vorderen Flarms "nur" die Flarm-Warnungen für ihn weg, seine Navigation konnte er noch über das Geräte-GPS machen)
Mit dem letzten Tageslicht gab's dann noch die lang geplante Version 2.0 des Modell-F-Schlepps (zu Version 1.0 siehe DM Zwickau 2011). Der erste Schlepp verlief zwar beim Start etwas wackelig, war aber erfolgreich. Der zweite Schlepp, nunja...
Flug im OLC
Probierrähmchen gutes Wetter ... ... für einen Trainingsflug
Kurbeln mit UM an der Basis Vorflug mit UM
Endanflug mit UM
Spielzeuge für große Jungs abwerfbares Fahrgestell
der spannende Moment leichte Überhöhung während der Startphase idealer Zustand des Schleppzuges
der zweite Versuch ... ... scheitert leider an einem blockierenden Rad ... ... und zuwenig Gegenwind
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Dienstag, 29.07.: technische Verbesserungen
Der Warmlufteinfluss war immer noch vorhanden, daher haben wir uns früh entschlossen, weiter an den elektronischen Geräten zu basteln, die PDA-Profile zu verbessern und alle vier PDAs und das Piloten-Oudie auf den gleichen Stand zu bringen.
Jürgen machte nur einen kurzen Flug und CT haben wir am Mittag wegen Regenvorhersagen für die Nacht abgebaut.
Am Nachmittag traf Jürgens Teamflugpartner Jan mit seiner LS 1 CN ein und stellte sich mit seinem Bus und Zeltanbau zu unserem Lager dazu.
Zum Abend kamen die ersten örtlichen Gewitter auf, die aber immer knapp am Flugplatz vorbeizogen, den Platz selbst erreichte nur einmal ein leichter Nieselregen.
technische Wartung der Elektronik CT-UM-CN-Lager zum Glück abgebaut
Wachhund Rocco (EK I) ... ... bei der Landebahnpflege
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Mittwoch, 30.07.: 2. Trainingsflug und Eröffnungsbriefing
Co: Runrid
Der Tag startete mit einem um 04:40 Uhr einsetzenden gemütlichen Landregen, der sich bis zum Frühstück zum Glück soweit verflüchtigt hatte, dass man draußen sitzen konnte. Viel Hoffnung auf einen weiteren Trainingsflug hatten wir nicht, aber wie schon des öfteren ist Regen am Morgen in der Lüneburger Heide kein Grund, den Kopf in den hier reichlich vorhandenen Sand zu stecken.
Tageskurzbeschreibung: Aufbau bei 8/8, warten bei 6/8, Start bei 4/8, Landung in Hoya bei 1/8
Und dafür ist ein Trainingstag eben da: Martin und Runrid trainierten einmaliges Ausgraben aus 280m GND sowie die Landung auf einem fremden Segelfluggelände. Ich trainierte Navibedienung und an-Segelfluggeländeausfahrten-dranvorbeifahren-und-dann-mit-Gespann-wenden-müssen.
Die Rückholtour nach Hoya war naviberechnet nur 48km lang, ging aber ausschließlich über Landstrassen und durch die Stadtgebiete von Rotenburg und Verden durch. CT war um 17:20 Uhr gelandet, ich um 17:45 Uhr unterwegs. Blieben bei 55 Minuten prognostizierter Fahrzeit etwa 25 Minuten für den Abbau, um pünktlich um 20:00 Uhr beim Eröffnungsbriefing zu sein. Martin und Runrid hatten aber CT schon soweit vorzerlegt, dass der Abbau in unter 20 Minuten geschafft war. Zum Schluss wurde es mit dem 20:00 Uhr Termin dann doch noch knapp, so dass ich an der für Gespanne gesperrten Zufahrt zum Vereinsgelände rausgesprungen bin und als CT-Vertreter zum Briefing ging, während die beiden den Hänger zurück in die Reihe stellten. Wie erwartet waren die ersten 20 Minuten des Eröffnungsbriefings für Begrüßungsworte von Wettbewerbsleitung, Bürgermeister und Landrat vorgesehen. Und als dann die Ausrichter sich selbst und den Wettbewerbsflugbetrieb vorstellten, waren auch Martin und Runrid wieder dabei. Die Wahl der Pilotensprecher ging zügig über die Bühne und da auch zu keinem anderen Thema langatmige Diskussionen ausbrachen, ging's um 21:45 Uhr endlich zum Abendessen.
Später traf dann noch Pit ein, der für Jürgen den Rückholer machte und seine LS 3 für ein paar lokale Rundflüge mitgebracht hatte.
ideales Trainingswetter Segelfluggelände Hoya vorzerlegte CT
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Donnerstag, 31.07.: 1. Wertungstag
Co: Arvid
Aufgabe: Racing Task, 304km
CT um 10:00 Uhr fertig im Grid in Verbindung mit einem gemütlichen Frühstück bedeutet leider 07:30 Uhr am Hänger (beim Öffnen des Hängerdeckel waren die Flächen direkt so beschlagen, dass wir das Abkleben gleich auf später verschoben haben).
Beim Briefing gab's eine optimistische Wettervorhersage für den Tag und für alle Klassen Aufgaben um die 300km. Und für das CT-Team eine Premiere: nach vier AATs in Hodenhagen vor zwei Jahren die erste richtige Racing Task ohne das lästige Taktieren in den Wendekreisen.
Pünktlich um 11:30 Uhr ging die erste Klasse raus, der letzte Doppelsitzer war aber erst um 13:40 Uhr in der Luft, so dass wir bei Abflugfreigabe um 14:00 Uhr gleich losgeflogen sind. Der Meteorologe hatte die Wettbewerbsleitung sehr gut beraten, denn Rotenburg war genau die Wettergrenze zum schlechteren Norden, die Aufgaben führten daher alle im deutlich besseren Süden um die Sperrgebiete herum.
Bis Kilometer 90 lief es recht gut, dann taten es ein paar Wolken nicht so richtig, und wir mussten, um nicht von oben in die Kontrollzone Celle zu fallen, einen kleinen Umweg fliegen und wieder schwächeres Steigen mitnehmen. Nur ab und zu trafen wir einen anderen Doppelsitzer, die meiste Zeit waren wir allein unterwegs. Auf den letzten 40km baute das Wetter merklich ab und wegen deutlich differenzierender Anzeigen bei den Endanflughöhen haben wir soviel Höhe gemacht, sodass auch die pessimistischste Anzeige im grünen Bereich lag. Statt aber auf die Rechner zu starren, hätten wir uns mit ein bisschen Kopfrechnen den letzten Bart und 300 Höhenmeter sparen können. Aber lieber 300m zu hoch als 10m zu tief (was an den kommenden Tagen noch zum Thema werden würde).
Tageswertung: 12. Platz
die anderen drei Klassen bei bester Wetteroptik ... ... und die Doppelsitzer ganz hinten PDA-Programmierung
Weichelsee, dahinter Rotenburg der Pulk füllt sich schlecht getarnte BW-Drohne im Tiefflug
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Freitag, 01.08.: 2. Wertungstag
Co: Runrid
Aufgabe: Racing Task, 398km
Da CT noch von gestern aufgebaut war, wir aber an das andere Ende des Flugplatzes mussten, ging's trotzdem schon um 08:00 Uhr am Hänger mit Abledern los.
Beim Briefing fiel das erste Mal der Begriff "umgekehrte Omegalage" und die daraus resultierende unklare Wetterentwicklung: Thermik würde sich entwickeln, aber ab wann und zu welchem Bedeckungsgrad musste der Meteorologe offen lassen. Weil die Doppelsitzer heute ganz vorne standen, war die Aufgaben deutlich größer als gestern, außerdem hatte sich der Pilotensprecher der Doppelsitzer eine Aufgabe mit einer 4 vorne gewünscht (was sie auch tatsächlich war, durch den 4km Zielkreis wurden halt wieder 4km bei der Gesamtflugstrecke abgezogen).
Das Wetter zeigte erste Cu-Bildungen, als pünktlich zum Startbeginn um 11:30 Uhr ein hohes Wolkenfeld aus Süden die Thermikentwicklung am Platz stoppte und für zahlreiche Verschiebungen um jeweils 15 Minuten sorgte. Um 12:30 Uhr hatte sich die Schicht dann aufgelöst und ein erster Doppelsitzer mit Turbo durfte den Thermikschnüffler spielen. Der Arcus musste mehrmals den Motor werfen, als er aber den ersten integrierten 1m-Bart meldete, wurde die Doppelsitzerklasse geschleppt. Es gab einige Absaufer, CT hielt sich aber tapfer im ersten Bart und erreicht dann zum Abflug eine mit 1500m NN akzeptable Ausgangshöhe.
Bis auf zwei etwas tiefere Momente (wenn man 500m GND als tief bezeichnen will) verlief der Flug mit einer Schnittgeschwindigkeit von 83,1km/h auch recht gut, wenn man damit aber nur vorletzter Rumkommer wird, dann muss man im Debriefing halt schauen, wo die anderen schneller waren. Wenn aber Jürgen den Tag in der Clubklasse mit 84,5km/h gewinnt, dann ist wohl doch was an CT kaputt...
Und die Differenzen bei den Endanflugsangaben verschwinden sofort, wenn man sich morgens beim Eingeben der Flugparameter in die Navigeräte (Flugzeugleergewicht, Wasserballast, QNH, und so weiter) auf die gleichen Werte einigt.
Die andere DG 1000 im Feld, mit der wir in einem lockeren Teamflug unterwegs waren, hatte es heute nicht nach Hause geschafft. Da sie nicht wussten, ob sie die 1000 mit 3 Personen abgebaut bekommen, bin ich hier zur Unterstützung mitgefahren. Die anfängliche Beschreibung "in der Nähe von Lüneburg" stellte sich dann aber als 150km Fahrt inklusiv Elbüberquerung heraus. Und was macht in einer von Flüssen durchzogenen Gegend um kurz vor Sonnenuntergang den Abbau eines Doppelsitzers erst richtig interessant? genau, etwa 1.000.000 Mücken
Tageswertung: 11. Platz
Gesamtwertung: 10. Platz
Startaufbau 08 CT in der ersten Reihe
Ruhe vor dem Start störende Cu-Schicht Start (© VfL Rotenburg)
tiefer Doppelsitzerpulk - ganz rechts CT Absaufer - zum Glück die andere 1000 deutliche Wetterverbesserung
Tagessieg für UM (und zusätzlich das richtige Landefeld getroffen...)
Landeanflug CT der spätere Gesamtsieger bei den Doppelsitzern
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Samstag, 02.08.: 3. Wertungstag
Co: Arvid
Aufgabe: AAT 2:30h, 170-332km (249km)
Der stationäre Höhentrog hatte sich inzwischen soweit eingegraben, dass es für den Meteorologen immer schwerer wurde, auch nur für den aktuellen Tag die Wetterentwicklung halbwegs zuverlässig einschätzen zu können und somit der Wettbewerbsleitung sowohl einen brauchbaren Aufgabenraum als auch ein fliegbares Zeitfenster zu geben. Folge davon sind die im CT-Team nicht sonderlich beliebten AATs, diesmal mit einer Mindestflugzeit von 2:30h, Startbereitschaft 12:00 Uhr.
Heute standen die 18m-Flieger vorne, die nach einer Verschiebung um 12:30 Uhr zum Thermikschnüffeln losgeschickt wurden. Die Doppelsitzer waren alle um 13:20 Uhr in der Luft, d.h. der Abflug war ab 13:40 Uhr frei. Es war aber mühsam oben zu bleiben, bzw. überhaupt vernünftig an die Basis zu kommen. Wir hatten geplant, mit dem Abflug bis etwa 14:30 Uhr zu waren, um dann mit einer höheren Basis zu starten. Da sich das Wetter aber von Süden deutlich verschlechterte, sind wir mangels Sichtkontakt zu weiteren Doppelsitzern nur in einem kleinen Dreierteam (mit 2M und QD) um 14:20 Uhr los.
Diese Gruppe hielt aber nur etwa eine Stunde, dann kamen wir in den zweiten Wendesektor (ein Kreis mit 20km-Radius) und da hatte jeder eine andere Vorstellung, wo und wann er wenden wollte, und so trennten sich die Wege. Da das Wetter immer schlechter wurde, hatten wir schon beim Anflug auf diesen Sektor unsere Erwartungen und damit die ungefähren Wendepunkte in den Sektoren immer weiter zurückgenommen. Wir flogen also nur etwa 10km in den Kreis ein und wendeten dann so, dass wir zum nächsten Sektor eine kleine Wolkenstrasse nutzen konnten.
20km weiter war es dann mit der Sonneneinstrahlung und brauchbaren Cus ganz vorbei und für den Rest des Fluges lautete die Devise: besser langsam und oben bleiben als etwas zu schnell und dann im Hänger zurück. In den letzten Wendesektor (ein Kreis mit 25km-Radius) sind wir nur etwa 250m eingeflogen, und dann wurde alles im Norden angeflogen, was auch nur verdächtig nach Thermik aussah, selbst wenn der Heimatkurs eigentlich viel weiter östlich lag. Ein weiteres Problem wurde jetzt auch der C-Luftraum von Bremen, der sich (noch verstärkt durch den Windversatz beim Kreisen) immer weiter zwischen CT und den Flugplatz Rotenburg schob. Die letzte halbwegs entwickelte Wolke brachte noch mal unverhofft knapp 800m und damit wäre bei 1500m NN und 45km Endanflug eigentlich das Rumkommen gesichert gewesen. Der direkte Weg hätte aber bedeutet, zunächst bei Kilometer 37 mit Überfahrt unter den äußeren Deckel von Bremen zu tauchen (3500ft) und dann bei Kilometer 27 wegen des inneren Deckels noch weiter runter auf höchstens 2500ft zu müssen. Wir entschieden uns, den Umweg um die Lufträume in Kauf zu nehmen, und da wir nach weiteren 10km Flugweg 2M und QD kreisend wiedertrafen, wollten wir mit den beiden zusammen noch mal etwas Höhe machen. Auf Heimatkurs gab es inzwischen unter einer 8/8-Wolkenschicht keinerlei Entwicklungen mehr, d.h. entweder reichte die aktuelle Höhe oder halt nicht, mehr würde es heute nicht mehr geben.
Nach Umfliegen des inneren Bremer Luftraums (für den äußeren waren wir mittlerweile tief genug) stand auf dem Rechner nur +230 für den Zielkreis, was für eine strafpunktfreie Wertung 20m zuwenig war. Es ging also mit Schleichfahrt und unter Mitnahme jedes verminderten Sinkens nach Hause. Ein paar hundert Meter mit 0-Sinken etwa 10km vor dem Zielkreis ließ das erste Mal daran denken, die Außenlandung doch noch zu vermeiden und sogar den Zielkreis in ausreichender Höhe überfliegen zu können. Wegziehen der letzten Fahrtreserven kurz vor dem Zielkreis brachte den Höhenmesser auf 300m NN, da wir aber nicht mit dem aktuellen Platz-QNH flogen, war unklar, ob dies für die erforderlichen 280m NN gereicht hatte.
Egal, Außenlandung vermieden und zum Schluss doch noch eine stressfreie Landung in Rotenburg. Beim Ausrollen wurden wir zu unserem Erstaunen mit einer La Ola durch das 2M-Team begrüßt. Die beiden anderen Doppelsitzer, mit denen wir im letzten Bart 38km vor Rotenburg zusammen um ein paar Meter Höhe gekämpft hatten, hatten sich entschieden, Rotenburg direkt anzufliegen und auch unter den inneren Bremer Luftraum zu tauchen. Da beide aber beim Abflug etwa 150m tiefer waren als CT, ging es hier im Endanflug noch viel knapper zu als bei uns: 2M schaffte es gerade noch in den Platz und kassierte für 115m zu tief am Zielkreis 115 Strafpunkte, QD musste 6km vor dem Zielkreis den Motor werfen.
Viele Doppelsitzer waren wieder am Platz zurück, Runrid berichtete aber von zahlreichen Motoreinsätzen, sodass wir uns in der oberen Hälfte der Wertung vermuteten. Wegen Schauer- und Gewittervorhersagen haben wir CT dann bei einem wohlverdienten isotonischen Kaltgetränk gemütlich abgebaut.
Beim Abendradler an der Rotenburger Vereinstränke dann eine erfreuliche Tageswertung: nur 4 Doppelsitzer hatten die Aufgabe geschafft, CT war beim Zielkreiseinflug strafpunktfrei geblieben und so gab's mit dem 3. Platz das erste Podestergebnis für das "neue" CT-Team. Zusätzlich hatte es CT auf den 4. Platz in der Gesamtwertung nach vorne gespült, was plötzlich ganz andere Perspektiven für das nächste Jahr eröffnete...
Und am Tag mit den wenigsten Rumkommern des gesamten Wettbewerbs nicht geackert zu sein (nur 12 von 84 Fliegern kamen ohne Motor oder Hänger zurück), war auch kein schlechtes Gefühl.
Tageswertung: 3. Platz
Gesamtwertung: 4. Platz
zuversichtlicher Rückholer (© VfL Rotenburg) Flugplatz mit Kaserne Abflug mit dem Duo Discus XLT QD ...
... und der anderen DG 1000 2M Segelfluggelände Hoya von oben Vorflug mit QD im Grauen
v.l.n.r. Libelle B, Hornet DX, Glasflügel 304 M wider Erwarten doch noch rum (© VfL Rotenburg)
Nachanalyse des Fluges in Ruhe am Rechner:
Das Thermiksuchen mit 2M und QD am Ende des Fluges hatte uns nicht nur einen Höhenverlust von 80m eingebracht, sondern auch - was noch viel gravierender war - 17 Minuten Flugzeit gekostet. Wenn man dies mit der gewertete Zeit und der geflogenen Strecke neu verrechnet, dann ergibt sich ein Schnitt von 78,2 km/h, was uns den 2. Platz gebracht hätte. Der Umweg um die Bremer Lufträume war bei weitem nicht so groß wie im Flug angenommen (nur knapp 1km mehr), wir hätten also nach dem letzten guten Bart ohne weiteres Suchen mit mehr Höhe und 17 Minuten Zeitersparnis losfliegen können und wären gut nach Hause gekommen.
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Sonntag, 03.08.: 4. Wertungstag
Co: Runrid
Aufgabe: AAT 2:00h, 105-284km (193km)
Die gestrige CT-Abrüstung hätten wir uns sparen können, in der Nacht war kein einziger Tropfen runtergekommen.
Das Frühstückswetter war dennoch nicht so dolle, so dass die Wettbewerbsleitung den Gridaufbau vor dem Briefing strich, den Tag aber noch nicht ganz aufgeben wollten. Wir vermuteten, dass der Plan war, die Standard-Klasse nach vorne zu stellen (da gestern nicht genügend Prozent der Flieger über die 100km Mindeststrecke gekommen waren und daher der Tag keine Wertung ergab), diese den verlorenen Wertungstag versuchen zu lassen und dann die restlichen Klassen von vorne wegzuneutralisieren.
Von den letzten Wettbewerben hier im Norden hätten wir allerdings gewarnt sein müssen: selbst 8/8 am Mittag ermöglichen zwei Stunden später einen schönen Wertungsflug. Der Meteorologe legte sich mit "im Osten wird's besser" fest und traf genau. Für alle Klassen gab's wie gestern AATs, die Doppelsitzer mit 2:00h Flugzeit.
Das Wetter wurde immer besser, es gab im gesamten Feld nur einen einzigen Absaufer (aber einige Motoreinsätze) und im nachhinein hätte der Tag für eine 350km-Aufgabe gereicht. Und bei einer im Vergleich zum gestrigen Tag deutlich schlechteren Tagesvorhersage am Morgen gab es heute keinen einzigen Außenlander oder Heimrappler. Weil Martin davon ausging, dass heute gar nicht geflogen wird, hatte er am Morgen sogar noch 4 Kästen gesetzt, dass er abends immer noch 4. ist - leider hat keiner eingeschlagen.
Nachdem wir beim Salatschnibbeln noch mal neues Wetter für die Nacht eingeholt hatte, wurde CT vor dem Essen doch wieder abgebaut.
Tageswertung: 12. Platz
Gesamtwertung: 7. Platz
Wetter im Westen mau, im Osten gut: Aufgaben deshalb nach Osten.

Ergebnis eines nicht zum erwarteten Anflug
passenden Standortes beim Fotografieren
vor lauter schnellem Fliegen im Endanflug das Wasserlassen ganz vergessen 2M auch wieder zuhause
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Montag, 04.08.: neutralisiert
Auf die Fußgängerwettervorhersagen für die Nächte war einfach kein Verlass. Wieder hätten wir CT aufgerüstet stehen lassen können, von Gewittern keine Spur und auf den ganzen Flugplatz waren höchstens 10 Tropfen Regen gefallen.
Wie schon gestern gab's beim Brötchenholen die Info für ein ausgedehntes Frühstück: kein Aufbau vor dem 10:00 Uhr-Briefing
Beim Vorstellen der aktuellen Wetterlage versicherte der Meteorologe, dass die Satelliten-Bilder wirklich die aktuellen waren und nicht die von gestern, vorgestern oder vorvorgestern. Auch die Vorhersage für den Tag wäre wieder extrem schwer, weil bei so einer Großwetterlage alles zwischen Dauerregen und Flugtag möglich sein könne. Der Tag war also noch nicht ganz kaputt, deshalb bat die Wettbewerbsleitung um 12:00 Uhr zu einem zweiten Briefing.
Wir nutzten die Zeit bis dahin, um erst mal unsere Vorräte aufzufüllen und um einen benötigten Adapter für die weitere Verbesserung der Bordelektronik zu kaufen. Kurz bevor wir in Eile verfallen mussten, ging um 11:30 Uhr an alle per SMS die Neutralisation für alle Klassen raus.
Für eine größere Aktion wie z.B. eine Fahrt nach Hamburg oder Bremen war es jetzt leider zu spät, also wurde ein Materialpflegetag ausgerufen. Die Rotenburger liehen uns zwei Böcke (Vielen Dank noch mal hierfür!) und dann wurden die beiden Flächen und das Höhenruder auf Hochleistungsflug poliert ("Route 66 - Poliert so glatt, dass selbst Querruderscheren nicht mehr halten"). Anschließend kümmerten wir uns noch um den gerade erworbenen Adapter sowie um radar.txt und radar.xml bzw. ihre verschiedenen Eigenschaften auf unterschiedlichem Gerät.
Da der heutige Tag die Mitte des Wettbewerb war, veranstalteten die Rotenburger abends das Bergfest mit leckeren Ofenkartoffeln und Grillgut, dazu gab's Live-Musik von der akkord-fabrik. Wir wären gerne länger am Bierwagen geblieben, aber morgen drohte der nächste Wertungstag.
Frühstückswetter: die Neutralisation liegt in der Luft allmorgendliches Briefing
der Meteorologe und sein stationärer Höhentrog Neutralisationsstimmung Zeit für's Hägen und Pflägen
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Dienstag, 05.08.: in der Luft neutralisiert
Co: Arvid
Der Tag ging schon gut los: beim Brötchenholen wurde ich von einem heftigem Regenschauer eine halbe Stunde in der Rotenburger Flugzeughalle festgesetzt
Aber zumindest war damit auch die nächste Frage geklärt: kein Startaufbau vor dem 10:00 Uhr Briefing und somit ein ausgiebiges und gemütliches Frühstück
Es sah zwar beim Blick in den Himmel nicht danach aus, für den späten Mittag versprach der Wettermacher aber von Westen heranziehendes Flugwetter, deshalb gab's beim normalen Briefing auch nur die Verschiebung für ein zweites Briefing um 12:00 Uhr.
Wir hatten es uns grad' unter dem Oecher-Pavillon gemütlich gemacht, da verschickte die Wettbewerbsleitung eine SMS an alle Piloten, dass alle Flieger um 13:30 Uhr im Grid stehen mussten. Da die Doppelsitzer heute die letzte Klasse waren und auch um beim Aufbau mehr Platz zu haben, entschlossen wir uns, CT erst nach dem zweiten Briefing zusammenzustecken.
Als Aufgabe gab's eine 2h-AAT mit relativ großen Wendekreisen, der Meteorologe konnte nicht einschätzen, wie schnell das Flugwetter den Platz erreichen würde und wie lange das Wetterfenster dann nutzbar sein würde. Und wie vorhergesagt, sah man im Westen langsam die Cu-Entwicklung heranziehen, aber halt seeeeehr laaaangsaaaam. Der erste Start wurde immer weiter nach hinten geschoben, und als um 14:30 Uhr die erste Klasse geschleppt wurde, verkürzte die Wettbewerbsleitung in einem Feldbriefing die Doppelsitzer-AAT auf 1:30h.
Während es bei der vorne stehenden Clubklasse keinen einzigen Wiederlander gab, brach bei den Doppelsitzern als letzter Klasse praktisch mit dem ersten Start die Thermik zusammen. CT war noch nicht in der Luft, da lag aus der ersten Startreihe die eine Hälfte wieder unten und die andere hatte mindestens einmal den Motor angeworfen. Der CT-Schlepp war mit 370m GND leider unterdurchschnittlich und der einzige Bart in der näheren Umgebung war eher ein Nullschieber. Wir versuchten daher einen Aufwindwechsel, weil etwa 1km weiter zwei Dosis offenbar Steigen hatten.
Lektion des Tages: bei so einem Bastelwetter vor dem Bartwechsel abklären, ob sich die Kreisenden in der Motorbox befinden und den Motor draußen haben oder nicht - die beiden DoSis hatten ihn draußen und wenn bei laufendem Motor auf den CT-Navigeräten 1m Steigen angezeigt werden, dann bedeutet das für CT 1m Sinken. Wir hatten nun nur noch 240m GND und entschieden uns daher, zum Platz zurückzufliegen und, falls nicht unterwegs das Gewerbegebiet in der südlichen Platzrunde noch für ein Wunder sorgte, zu landen. Und wie bestellt kam beim Eindrehen in den Gegenanflug die Funkmeldung der Wettbewerbsleitung, dass die Doppelsitzer für heute neutralisiert waren. Wasser raus, Fahrwerk raus, und den Flug nicht als "Absaufer" sondern als "ohne Startüberhöhung in der Luft neutralisiert" werten.
Die Vorhersage für die Nacht und den nächsten Tag machte Hoffnung auf einen weiteren Flugtag, wir haben CT deshalb stehen gelassen.
Wie kurzzeitig heute das fliegbare Wetterfenster war und wie schnell es wieder schlechter wurde, konnte man abends an der Anzahl der Außenlandern bzw. Motorwerfern in der Reihenfolge der gestarteten Klassen sehen: 5 Außenlander von 26 in der Clubklasse, 17 von 22 in der Standardklasse, 9 von 14 in der 18m-Klasse und die Doppelsitzer gar nicht erst weggekommen
Gammelwetter ... ... bewirkt Gammellaune bei Mensch ... ... und Tier
im Norden schlecht im Osten schlecht 20km weiter im Westen gut
modernstes Radar ... ... verhindert Frühstarts beim Anrollen ... ... und liefert Beweisbilder fürs Internet
DER Bart des Tages -
und gleichzeitig der einzige
Queranflug (rechts der Asphaltbahn sechs
bereits abgesoffene Doppelsitzer)
das war's für heute

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Mittwoch, 06.08.: 5. Wertungstag
Co: Arvid
Aufgabe: Racing Task, 327km
Heute mal das arbeitsarme Morgenprogramm: 08:00 Uhr am Flieger, CT abledern und tanken, 08:40 Uhr am anderen Flugplatzende als erste Klasse im Grid
Das Briefing brachte eine 300km RT um vier Wendepunkte nach Osten und da von Süden eine Abschirmung vorhergesagt wurde, verlief der Flugweg nur nördlich um die Sperrgebiete herum.
Um 12:00 Uhr wurde, weil das Wetter am Platz nicht so richtig aus dem Quark kam, die Startbereitschaft auf 12:30 Uhr verschoben. Zwanzig Kilometer weiter im Osten standen allerdings schon die ersten gut entwickelten Cus, die sich zwar langsam aber dennoch sicher nach Rotenburg bewegten.
Die ersten Doppelsitzerstarts wurden noch im Blauen gemacht und es war extrem mühsam obenzubleiben. Wir hatten als letzter geschleppter Doppelsitzer zusätzlich den Sichtkontakt zu den anderen DoSis verloren und waren erst nach vierzig Minuten auf einer Höhe, bei der an Abflug überhaupt erst zu denken war. Da die versprochene Abschirmung schon heranrückte, sind wir trotz fehlender 300m bis zur Basis losgeflogen.
Bis zur ersten Wende verlief der Flug recht ordentlich, auf dem zweiten Schenkel machte sich langsam die Abschirmung bemerkbar und die Wolken wurden deutlich weniger. Etwa zehn Kilometer vor der zweiten Wende waren wir auf 500m NN runter, aber ein entgegenkommender Doppelsitzerpulk markierte schön den nächsten Bart. Leider haben wir zu diesem Pulk nicht aufschließen können, sodass wir zur nächsten Wende wieder alleine fliegen mussten. Die Wolken wurden immer weniger, und die, die noch da waren, lieferten nur noch mäßiges Steigen, also haben wir erst mal 60l Wasser rausgeworfen. Unter Inkaufnahme eines zusätzlichen Umweges nach Norden haben wir die letzte gut entwickelte Wolke über einem Steinbruch angeflogen und uns so zumindest aus dem Bereich mit dem schlechteren Flugwetter rausgemogelt.
Zwischen der dritten und vierten Wende wurde es dann plötzlich wieder einfach: die Wolken nahmen zu, ab und zu tauchten andere Wettbewerbsflieger auf, an denen man sich sowohl was den Flugweg als auch die Aufwindwerte anging, orientieren konnte - 85km angenehmes nach Hause fliegen.
Die Wettervorhersagen für den nächsten Tag waren bei allen abgefragten Stellen gleich schlecht, deshalb haben wir CT abgebaut.
Tageswertung: 10. Platz
Gesamtwertung: 9. Platz
Campingstreifen zwischen Industrie und Mais neueste Wingletentwicklung die Wettbewerbsdrohne
warten ... ... auf die Entwicklung im Osten ... ... und Flucht vor der Abschirmung aus Südwesten
Start (© VfL Rotenburg) zwei Eigenstarter im Startlauf (© VfL Rotenburg) die drei anderen Klassen in Startrichtung 08
das gute Wetter im Norden wird von Südwesten her durch die Abschirmung kaputt gemacht dieses Mal dran gedacht (© VfL Rotenburg)
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Donnerstag: 07.08.: neutralisiert
In den Morgenstunden einsetzender leichter Landregen sorgte heute endlich mal für klare Wetterverhältnis beim Briefing und somit für die Neutralisation des Tages schon um 10:15 Uhr.
Das CT-Team nutzte den Tag für einen Ausflug nach Bremen, wo wir eine zweistündige Stadtführung mitmachten. Der Regen hatte aufgehört, sodass die Regenschirme nicht eingesetzt werden mussten. Erst beim Bummel an der Weserpromenade fing es leicht an zu tröpfeln, da sich aber auf dem gesamten Fußweg zurück zum Parkhaus eine Kneipe an die nächste Cocktailbar an das nächste Restaurant anschloss, kamen wir Dank Markisenhopping auch hier trocken durch. Ah, Thema Parkhaus: Bremen - wirklich toll erhaltene wiederaufgebaute Altstadt, viele historische Gebäude und schnuckelige Uraltviertel, aber das Parkhaus war wohl die Praktikumsarbeit des BER-Planers: man kann die ausfahrenden Autos nicht auf die gleiche Fahrstrecke schicken wie die ankommenden und nach einem freien Platz suchenden oder gar wartenden Autos - 20 Minuten für das Verlassen eines Parkhauses sind kein gelungener Abschluss eines schönen Tages.
Auf der Rückfahrt sah man am Horizont die ersten Gewitter mit Starkniederschlägen und zurück am Platz hatten wir zunächst noch die Hoffnung, dass die dicke schwarze Wand im Westen an uns vorbeiziehen würde. Machte sie aber nicht. Zum Glück hatten wir ausreichend Zeit, alles nicht-verankerte Zeug in Sicherheit zu bringen und uns dann ein regensicheres Plätzchen zu suchen.
heute nix fliegen Bremen - Altstadt Bremen - Roland und Rathaus
Gewitteraufzug Böenwalze scharfe Wolkenvorderkante des Gewitters
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Freitag, 08.08.: 6. Wertungstag
Co: Runrid
Aufgabe: Racing Task, 296km
Vor vier Jahren gelernte Wettbewerbsregel: "Ein Wettbewerb, der keinen Tag hat, bei dem die Startaufstellung im Regen erfolgt, ist kein DAeC-konformer Wettbewerb."
Bisher nicht bekannter Unterpunkt 3.2.4 dieser Regel: "Auf Antrag kann Nebel als Ersatzniederschlag genutzt werden."
Die Wettbewerbsleitung ließ sich von der schlechten Sicht nicht beeindrucken und schrieb erneut 300km für die Doppelsitzer aus. Und da heute alle Sperrgebiete im Südosten offen waren, ging's kreuz und quer um vier Wendepunkte durch noch nicht beflogenes Gelände.
Heute musste die vorne stehende Standardklasse leiden, d.h. als erste Klasse die Thermik testen, und nach der üblichen Verschiebung des Schleppbeginns um eine halbe Stunde auf 12:30 Uhr, meldete die erste gestartete Reihe etwa 1m Steigen auf 750m NN. Die restlichen Standardflieger wurden dazugeschleppt und die Doppelsitzer als nächste Klasse an die Startlinie vorgezogen, dann aber eine Pause eingelegt, damit sich die Steigwerte und -höhen weiter verbessern konnten.
Um 13:15 Uhr ging's dann auch für die DoSis los. Durch einige Startverzögerungen entstand für CT als letzten Doppelsitzer eine weitere Pause, die sich diesmal aber positiv auf die ersten fünfzehn Flugminuten auswirkte: ganz alleine im ersten Bart (und mit dem Wissen, dass die nächste Klasse noch mindestens 5 Minuten bis zum ersten Start braucht) kurbelt es sich viel entspannter als wenn man sich mit zehn schweren DoSis und fünfzehn wendigen Clubklassefliegern um einen schlecht zu zentrierenden halben Meter streitet.
Am heutigen Tag war die Frage entscheidend, wann genau das beste Wetterfenster lag und wann die Abschirmung den Flugweg beeinflusste. Oder besser gesagt war die Antwort entscheidend und die war heute: früh los. CT flog 27 Minuten später ab als der Tagessieger und damit war der Tag gelaufen (jaja, sagt der Rückholer beim Schreiben der Nachbetrachtung am heimischen Rechner mit laufendem SeeYou im Hintergrund - hinterher hat man's meist vorher gewusst).
Aus Rückholersicht wurde das Wetter immer besser, aber die Aufgabe ging ja nicht um den Platz herum sondern 110km weit nach Südosten. Man konnte die Abschirmung im Süden zwar deutlich erkennen, da die letzte Wende aber nur 20km in dieser Richtung lag, sollte das für die Hochleistungs-DG doch eigentlich kein Problem sein. Nur ist so eine Abschirmung in der Regel etwas weiträumiger und CT musste sich mit dieser fast den ganzen Flug herumschlagen. Von der dritten zur vierten Wende war über 80 Kilometer eine Kursabweichung von 20° nötig, um überhaupt oben zu bleiben. Die so aufgelaufenen über 40km Umweg konnte auch CT nicht mehr rausreißen.
Nach Kurskorrektur in Richtung letzter Wende und 10km Flug ins graue Nichts war klar, dass die Aufgabe nicht mehr zu machen war und es gab jetzt zwei Möglichkeiten: 1. weiter zur Wende und wenn es gut läuft am Wendepunkt in Verden landen, wenn es schlecht läuft vorher ackern. 2. mit +400 sicher zurück nach Rotenburg und geschätzte 40 Punkte in der Wertung verlieren. Runrid und Martin entschieden sich für die zweite Möglichkeit, was ich aber beim Warten am Funkgerät noch nicht wusste und mich die Landemeldung "CT, ohne Zeitwertung" etwas irritiert zum CT-Holen auf den Platz fahren ließ. Aber besser irritiert in Rotenburg als mit einer GPS-Koordinate im Navi und einem Hänger am Haken zu einem Acker losfahren zu müssen...
Für den nächsten Vormittag war der Durchgang zweier Fronten angekündigt, es gab also die Chance auf ein kurzes Wetterfenster am Nachmittag. Da aber die erste Front die Warmfront mit einer ordentlichen Portion Regen war, wurde CT wieder abgebaut.
Tageswertung: 12. Platz
Gesamtwertung: 9. Platz
Startaufbau irgendwo in dieser Richtung Blick zum Turm
LS 8 mit Nebelschlusstrichter erste Startreihe voraus - 30° nach Steuerbord Flieger im Nebel
Startimpressionen I Startimpressionen II Startimpressionen III
Doppelsitzer startklar in Wartestellung die beiden DG 1000 hintereinander die anderen Klassen beim Fachsimpeln
Sportleiter, Wettbewerbsleiter und Meteorologe auf der Suche nach dem Startfenster Wetter aus Rückholersicht
Ventus 2 cxM NM LS 4 ZG LS 6-18 WL NH und Duo Discus X CL
Duo Discus XT LT Arcus T V8 CT
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Samstag, 09.08.: neutralisiert, Abschlussessen und Siegerehrung
Wie angekündigt zog am Morgen zuerst die Warmfront durch und weckte um 06:30 Uhr den Campingplatz mit einem kräftigem Landregen.
Im Briefing verkündete der Meteorologe, dass für den Vormittag der Kaltfrontdurchgang erwartet würde und die entstehende Rückseite dann für einen weiteren Wertungstag genutzt werden könnte. Der entscheidende Faktor wäre heute die hohe Windgeschwindigkeit und wie sie sich in der Rückseite verändern würde.
Der Wind nahm aber nicht ab sondern frischte teilweise noch auf und so wurde beim zweiten Briefing um 11:30 Uhr der Tag neutralisiert und damit der Wettbewerb abgeschlossen.
Um kurz vor 15:00 Uhr startete der Meteorologe höchstpersönlich, um die Flugbedingungen zu testen: Schlepp auf 600m, Basis bei 850m, Wind bei 50km/h
Die Rückseite sah zwar toll aus, die Wolken waren aber halt 500m zu niedrig und 30km/h zu schnell; für Schulung interessantes Wetter, für einen Wettbewerb eher nicht.
Wir nutzten den Nachmittag, unsere Sachen so weit wie möglich zusammenzupacken, Vorzelte und Pavillons zu verstauen und den CT-Hänger reisefertig zu machen.
Am Abend gab's die Abschlussfete mit reichhaltigem Salatbüffet plus Kassler und Schweinebraten sowie einer um mehrere Cocktails erweiterte Getränkebar. Die für Sonntag 11:00 Uhr vorgesehene Siegerehrung wurde auf heute 22:00 Uhr vorgezogen, damit die Teams mit weiter Rückreise den Sonntag komplett für ihre Heimfahrt nutzen konnten. Am späten Abend sorgten "Die DJs" noch für eine gut gefüllte Tanzfläche.
kurz vor 12: die Kaltfront zieht durch der Meteorologe startet ... ... in die Rückseite der Kaltfront
erfreut jeden Ausrichter: volles Ergebnisboard gut besuchtes Abschlussessen
Neutralon-Nachschub Siegerehrung Doppelsitzerklasse Siegerehrung Clubklasse
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Sonntag, 10.08.: Rückfahrt
Heute also die Rückfahrt. Runrid und Martin brachten CT zurück zur Binz, Jürgen zog seinen Wohnwagen und ich fuhr mit Jürgens Firmenbus (inkl. aller sperrigen Teile, die nicht direkt zu CT gehörten) seine LS 1 nach Merzbrück. Ich erwischte eine fast staufreie Strecke, während die anderen beiden Autos entweder durch eine halbe Stunde spätere Abfahrt oder durch einen kurzen Käffchenstopp den ein oder anderen Kilometer im Stau standen. Durch eine vorher genau festgelegte wer-bringt-was-mit-was-wohin-Planung waren abends alle Hänger, alle Autos und alles Material wieder da, wo es hingehörte.
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Fazit:
Das Wettbewerbsfazit mal als Auflistung:
- sechs von zehn möglichen Wertungstage (bei der Club- und 18m-Klasse noch ein Tag mehr) war für die schwierige Großwetterlage eine gute Ausbeute
- die Neutralisationen lagen nicht am Stück, d.h. es gab keine dauerhafte Schlechtwetterphase
- die erste Neutralisation nach vier Wertungstagen kam als Ruhetag eigentlich ganz gelegen
- es gab keinen Tag mit Aufbau des Starterfeldes, an dem nicht auch geflogen wurde, d.h. kein Tag wurde bis zur Neutralisation im Grid ausgesessen
- CT hat einen weiteren Rotenburg-Wettbewerb ohne Außenlandung überstanden (Hoya war zwar eine Rückholtour, aber eben ein Segelfluggelände)
- an CT ist nichts beschädigt worden, kaputt gegangen oder ausgefallen
- CT ist nicht nur wieder nicht Letzter geworden, sondern ist genau in der Mitte des Feldes auf Platz 9 gelandet und hätte fast die nicht eingeplante DM-Quali geschafft
- für neun Flugtage haben wir CT sechs Mal auf- und wieder abgebaut - und was hat uns das gebracht?
- wir konnten immer draußen essen (die einzige Indoor-Mahlzeit war die im örtlichen Steakhaus in Rotenburg)
- den Lekker-Lokale-Bier-Wettbewerb hat schließlich Haake-Beck gewonnen
- Martin wird sich wahrscheinlich sein Leben lang in den A. treten, dass er die Möglichkeit nicht genutzt hat, mit ebendiesem vom Cockpit aus direkt in die Weser gehüpft zu sein
Die Rotenburger boten wie vor vier Jahren ein tolles Umfeld (vom morgendlichen Brötchenservice, über die Kaffee-und-Kuchen-Theke bis zum abendlichen Radler am Bierwagen) und Rüdiger hätte mit dem Vorlesen aller beteiligten Helfer am Stück wahrscheinlich ein ganzes Briefing füllen können.
Das CT-Team bedankt sich beim VfL Rotenburg für zwei schöne Wettbewerbswochen und hofft ganz dolle, dass die NSM 2018 wieder in Rotenburg ausgerichtet wird.
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Insider-Stichwörter:
Niiiiiiieeeeeedersachsen, Limbowertung, "Der Schwerpunkt einer DG 1000 - Praktische Variationsmöglichkeiten in einem Wettbewerb", Fenster hoch, meteorologische Schichtwechselphänomene, "Den Bart würd' ich nehmen.", Woaw-woaw-woaw
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Bildernachschlag:
Aufnahmen der Kamera am Start, die live ins Internet gestreamt wurden (alle Bilder © VfL Rotenburg)
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